NATO-Chef: Ganz Schweden geographisch wichtig für Bündnis

Ein Beitritt Schwedens zur NATO werde den nordischen Ländern und dem Militärbündnis selbst große Vorteile bringen, so NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag. 

Euractiv.com
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In einem Interview mit dem schwedischen Sender SVT am Donnerstag äußerte sich Stoltenberg zufrieden über die Aussicht auf einen möglichen Beitritt Schwedens zum Bündnis noch vor Ende des Jahres. [[EPA-EFE/TIM IRELAND]]

Ein Beitritt Schwedens zur NATO werde den nordischen Ländern und dem Militärbündnis selbst große Vorteile bringen, so NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag. 

In einem Interview mit dem schwedischen Sender SVT am Donnerstag (13. Juli) äußerte sich Stoltenberg zufrieden über die Aussicht auf einen Beitritt Schwedens zum Bündnis noch vor Ende des Jahres.

„Schweden wird einen wichtigen Beitrag leisten“, betonte er.

Die Planung der Verteidigung der nordischen Länder war in der Vergangenheit kompliziert, da Schweden und Finnland keine NATO-Mitglieder waren und die Last der Verteidigung im Falle eines Angriffs von Norden aus bei den anderen nordischen Staaten verblieb.

„Schweden verfügt über eine starke, professionelle und gut ausgebildete Verteidigung und hat eine wichtige Lage an der Ostsee“, sagte Stoltenberg.

Er wies darauf hin, dass die schwedische Luftwaffe nun in der Lage sein werde, reibungslos mit den Kollegen in den Nachbarländern zusammenzuarbeiten.

„Ich weiß, dass die finnische und die norwegische Luftwaffe sich darauf freuen, zusammenzuarbeiten und die Flughäfen des jeweils anderen Landes zu nutzen“, sagte er. Er fügte hinzu, die Grenzen zu Norwegen und Finnland würde eine bessere Koordinierung der Landstreitkräfte ermöglichen.

Auf die genauen Standorte, die eine besonders wichtige Rolle spielen werden, wollte er jedoch nicht eingehen.

„Ganz Schweden ist von Interesse“, sagte er.

Stoltenberg sagte, er sehe Herausforderungen im gegenwärtigen Zustand des nordischen Langstreckentransports, der seiner Meinung nach überarbeitet werden sollte.

„Ich denke, dass alle nordischen Länder bis zu einem gewissen Grad eine Kommunikationsachse haben, die nach Norden führt, aber weniger zwischen den Ländern“, sagte er. 

Die Grenze zwischen Schweden und Norwegen ist etwa 1.630 Kilometer lang, doch nur elf Hauptstraßen kreuzen die Grenze, da der Bau von Straßennetzen zwischen Schweden und Norwegen aufgrund des zerklüfteten und gebirgigen Geländes der Region komplex und teuer ist. 

Da Schweden jedoch in Kürze der NATO beitreten wird, ist die Einrichtung effizienter, länderübergreifender Kommunikationsachsen zwischen Schweden und Norwegen unerlässlich. 

„Diese Achsen werden die rasche Verlegung von Truppen, Ausrüstung und Nachschub erleichtern, die militärische Koordinierung und Interoperabilität verbessern und die regionalen Verteidigungsfähigkeiten stärken“, hieß es aus Militärkreisen gegenüber EURACTIV.

„Gut ausgebaute Verkehrsnetze ermöglichen eine schnelle Reaktion, eine gute Logistik und integrierte Verteidigungssysteme, die wiederum zu einer effektiven militärischen Zusammenarbeit und verbesserter Sicherheit zwischen den beiden Ländern beitragen“, so die Quelle weiter.