Neue Fischereizuschüsse im Rat blockiert [DE]

Den Mitgliedstaaten ist es nicht gelungen, sich auf Hilfen für die kränkelnde europäische Fischindustrie zu einigen. Die Fischer müssen jetzt wohl noch bis zum Herbst auf eine Entscheidung warten. Umweltschützer zeigten sich jedoch erfreut, da einige Fischbestände ihrer Meinung nach vor dem Kollaps stehen. 

Den Mitgliedstaaten ist es nicht gelungen, sich auf Hilfen für die kränkelnde europäische Fischindustrie zu einigen. Die Fischer müssen jetzt wohl noch bis zum Herbst auf eine Entscheidung warten. Umweltschützer zeigten sich jedoch erfreut, da einige Fischbestände ihrer Meinung nach vor dem Kollaps stehen. 

Deutschland, Großbritannien, Belgien und Polen haben sich am 22. Mai gegen den Kommissionsvorschlag zur Schaffung eines neuen Europäischen Fischereifonds ausgesprochen. Insgesamt 3,8 Milliarden Euro waren für 2007-2013 vorgesehen, um dem Fischereisektor unter die Arme zu greifen. Polen, das den Vorschlag anfangs noch unterstützt hatte, wandte sich schließlich doch gegen ihn, weil die Mittel nicht ausreichen würden, um seine Flotte zu erneuern.  

Die EU-Mittelmeerländer, die von ihren Fischern aufgrund der hohen Kraftstoffpreise unter Druck gesetzt werden, mussten somit eine erste Niederlage einstecken. 

Die Fischereiindustrie leidet zunehmend unter den hohen Ölpreisen und schwindenden Fischbeständen, die ihre wirtschaftliche Existenz bedrohen. 

Die Kommission äußerte sich enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung. Sie ist der Meinung, dass die Zuschüsse den Fischern geholfen hätten, ohne dabei die Fischbestände weiter zu gefährden. Der Vorschlag sei „ausgewogen“ gewesen und hätte garantiert, dass die Kapazitäten der europäischen Flotten nicht ausgebaut würden, so Mireille Thom, Sprecherin der Kommission für die Fischereipolitik. 

Umweltschützer der Organisation WWF dahingegen freuten sich über das vorläufige Scheitern des Vorschlags, der ihrer Meinung nach zu einer Vergrößerung der Fischerflotte geführt hätte. Nach Angaben des WWF stehe der Bestand des Blauflossenthunfisches kurz vor dem Kollaps. So sei der Fang in Südspanien im vergangenen Jahr bereits um 80 % zurückgegangen. 

Die Verhandlungen über den Europäischen Fischereifonds werden nun auf Botschafterebene (COREPER) weitergehen. Eine Einigung wird für Herbst 2006 (finnische Ratspräsidentschaft) angestrebt.