Viele Slowaken laut Umfrage gleichgültig gegenüber Ukrainekrieg
Knapp die Hälfte der Slowak:innen wünschen sich laut einer neuen Umfrage, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnt, während knapp ein Viertel der Menschen sagt, es sei ihnen "egal."
Knapp die Hälfte der Slowak:innen wünschen sich laut einer neuen Umfrage, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnt, während knapp ein Viertel der Menschen sagt, es sei ihnen „egal.“
Laut einer neuen Umfrage des Think-Tanks Globsec unterstützen 47 Prozent der Menschen die Ukraine. Etwa 19 Prozent der Befragten wünschten sich einen Sieg Russlands, 24 Prozent sagten, es sei ihnen egal und 10 Prozent gaben an, sie wüssten es nicht.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass diese Apathie möglicherweise nur ein Deckmantel für Unterstützung Russlands ist.
Dies steht im Gegensatz zu einer früheren Umfrage, wonach mehr als die Hälfte der Slowak:innen den russischen Sieg statt des ukrainischen befürworteten. Dem Analysten Daniel Kerekeš zufolge können mehrere Faktoren den Unterschied erklären.
Der erste ist der Zeitpunkt. Die erste Umfrage wurde im Juli durchgeführt, als Russland auf dem Schlachtfeld noch auf dem Vormarsch war und die Lage eher zu seinen Gunsten ausfiel. Auch der Soziologe Martin Slosiarik glaubt, dass die Zeit der Hauptfaktor ist.
„Ich glaube, dass im Juli nur wenige Menschen glaubten, dass die Ukrainer einen solchen Erfolg erzielen könnten. Die aktuelle Situation auf dem Schlachtfeld kann die Präferenzen der Menschen ändern“, sagte er.
Der zweite Unterschied ist die verwendete Methodik. Bei der ersten Umfrage wurde eine Zehn-Punkte-Skala verwendet, die von einer klaren Neigung zur Ukraine bis zu einer klaren Neigung zu Russland reichte. Bei der neuen Umfrage wurden sechs Optionen verwendet, darunter „Mir ist es egal“ und „Ich weiß es nicht“.
Der dritte Unterschied ist die Art der Stichprobenerhebung. Während bei der ersten Umfrage nur ein Online-Fragebogen mit einer Quotenstichprobe verwendet wurde, wurde die neue Umfrage durch persönliche Telefonanrufe durchgeführt.
„Ein Online-Fragebogen gibt den Befragten jedoch ein größeres Gefühl der Anonymität, was dazu führen kann, dass die Menschen ehrlicher antworten, wenn es um unpopuläre oder unmoralische Antworten geht, wie in diesem Fall die Beschimpfung des Aggressors“, so Kerekeš.
Er kommt zu dem Schluss, dass die Option „Es ist mir egal“ möglicherweise nicht wirklich die Apathie eines Teils der Bevölkerung bedeute, sondern eine Strategie darstellt, um eine unterstützende Haltung gegenüber Russland nicht zugeben zu müssen.