Nichtregierungsorganisation warnt vor schädlichen Umweltauswirkungen der GAP in neuen Mitgliedstaate

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) begünstigt die intensive Landwirtschaft. Diese könne zu einer höheren Wasser- und Bodenbelastung sowie zu einer höheren Arbeitslosigkeit in ländlichen Gebieten führen, so Friends of the Earth.  

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) begünstigt die
intensive Landwirtschaft. Diese könne zu einer höheren Wasser- und
Bodenbelastung sowie zu einer höheren Arbeitslosigkeit in
ländlichen Gebieten führen, so Friends of the
Earth.  

Friends of the Earth Europe (FoEE) befürchtet, dass die
EU-Agrarzuschüsse, die seit dem 16.Oktober an die neuen
Mitgliedstaaten gezahlt werden, schädliche Umweltauswirkungen
zufolge haben könnten. 

In einem neuen Bericht, der am 15. Oktober veröffentlicht wurde,
erklärt FoEE, dass die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) die
intensive Landwirtschaft in den neuen Mitgliedstaaten, etwa in
Polen, begünstigen werde, was zu einer
verstärkten Verwendung chemischer Düngemittel und
Pestizide führen dürfte. Höheren Gesundheitsrisiken,
Gewässerbelastung, Bodenverschmutzung und der Verlust an
Biovielfalt seien die zu erwartenden Konsequenzen
hiervon. 

Diese Risiken seien in den neuen Mitgliedstaaten höher, weil sie
die im Jahr 2003 vereinbarten Vorschriften für die Bereiche
Umwelt, Tierhaltung und Lebensmittelsicherheit, bislang nicht
einhalten müssen. 

„Obgleich bei der letzten GAP-Reform einige grundlegenden für
die Landwirtschaft geltenden Umweltvorschriften vereinbart wurden,
müssen die neuen Mitgliedstaaten sie erst ab 2009 umsetzen“,
erklärt FoEE. 

Intensive Landwirtschaft, so argumentiert die
Nichtregierungsorganisation, werde zum Bankrott vieler kleinerer
Landwirte und Nahrungsmittelhersteller führen, was in ländlichen
Gebieten in eine höhere Arbeitslosigkeit resultieren
werde. 

Andererseits räumt FoEE auch ein, dass die so genannte
zweite Säule der GAP auch Möglichkeiten für die neuen
Mitgliedsländer eröffnet. Länder wie Slowenien könnten die Zahl der
Bauernhöfe, die im Rahmen landwirtschaftlicher Umweltverträge
wirtschaften, verdreifachen. Verbesserte Rechtsvorschriften zu
gefährlichen Schädlingsbekämpfungsmitteln, eine bessere Kontrolle
der Umweltverschmutzung und strengere Normen für die Tierhaltung
könnten ebenfalls zu den Vorteilen von GAP gehören. 

Es liege nunmehr an den Regierungen der neuen Mitgliedstaaten
selbst, zu entscheiden, welches landwirtschaftliche Modell sie
umsetzen wollen, so FoEE. FoEE weist darauf hin, dass die Zwecke,
für die die einzelnen Länder die GAP-Zuschüsse verwenden, sehr
unterschiedlich sind. „Während die Tschechische Republik
beabsichtigt, im Zeitraum 2004-2006 49 Prozent der Zuschüsse für
Agrarumweltprogramme auszugeben, liegt der Prozentsatz in Polen und
Litauen lediglich bei 10 Prozent“, erläutert Martin Konecny von
FoEE.

„Die neuen Mitgliedstaaten sollten dem herkömmlichen Modell
der intensiven Landwirtschaft nicht einfach blind folgen, da das
Modell zu Lebensmittelskandalen, Verschmutzung von Wasser und Boden
sowie dem Verlust an Biovielfalt geführt hat“, so Martin Konecny
von FoEE.