Onlinebanking: Forderung nach stärkerer EU-Überprüfung
Der Deutschen Bank zufolge wird der Wechsel zu Onlinebanking 60% der EU-Bevölkerung bis 2020 betreffen. Dies veranlasste Sicherheitsexperten zu Warnungen über Fragen des Datenschutzes angesichts der Zunahme von organisierter Kriminalität im Internet. EURACTIV sprach mit dem Experten für Online-Sicherheit Samee Zafar.
Der Deutschen Bank zufolge wird der Wechsel zu Onlinebanking 60% der EU-Bevölkerung bis 2020 betreffen. Dies veranlasste Sicherheitsexperten zu Warnungen über Fragen des Datenschutzes angesichts der Zunahme von organisierter Kriminalität im Internet. EURACTIV sprach mit dem Experten für Online-Sicherheit Samee Zafar.
Nicht alle Banken seien gleich und die EU sollte verstärkt Regeln für die Sicherheit von Onlinebanking einführen, sagt Zafar in einem Interview mit EURACTIV.
Zafar, der Banken und Telekommunikationsunternehmen im Londoner Finanzdistrikt zur EU-Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD) berät, warnte, dass Betrüger immer raffinierte Methoden anwendeten, um an persönliche Nutzerdaten zu gelangen.
„Banken brauchen Online- (und jetzt auch Handy-) Sicherheitsstrategien, die sich kontinuierlich weiter entwickeln, damit sie den Kriminellen immer einen Schritt voraus bleiben“, sagt Zafar.
Kritiker der PSD behaupten, die Richtlinie müsse sich stärker dem Datenschutz widmen, vor allem angesichts des steigenden Umfangs von Online- und Handyzahlungen.
Die Richtlinie schafft dieselben Standards und Rechte für inländische und grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU/EWR sowie der Schweiz. Elf Staaten haben jedoch die Richtlinie bisher nicht vollständig umgesetzt.
Zafar warnt, dass das organisierte Verbrechen im Onlinebereich eine hoch entwickelte Industrie sei, die vor allem auf die Reise- und Unterhaltungsbranche abziele. Dabei würden Kriminelle Kreditkarten zum Kauf von Produkten verwenden.
Insbesondere Datenbanken von Unternehmen, die Zahlungen bearbeiteten, seien gefährdet.
Zafar kritisiert ebenfalls eine fehlende einheitliche EU-Politik zum Datenschutz in der 27 Mitglieder umfassenden Union. Einige Banken und Kartenunternehmen seien beim Datenschutz jedoch deutlich besser als andere.
Neben Banken erstreckt sich die PSD auch auf Zahlungsdienste wie Versorgungsunternehmen oder Mobilfunkanbieter. Diese Einrichtungen, die nicht über das gleiche Maß an Überwachung und Kapital in ihren Bilanzen verfügen, müssen Zafar zufolge bei der Kontrolle von Zahlungen besonders wachsam sein.
Letzten Oktober kündigte die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft, Viviane Reding, an, dass die EU ihre Richtlinien zum Datenschutz dieses Jahr überprüfen werde (EURACTIV vom 27. Oktober 2009). Seitdem untersuchen EU-Beamte Möglichkeiten, um Verbraucher über Datenmissbrauch zu informieren.
Aber in Ermangelung einer EU-Reaktion auf die Online-Kriminalität sind Zafar zufolge die guten alten elektronischen Chips sowie die persönliche Identifikationsnummer (PIN), die bereits auf Zahlungskarten vorhanden sind, die besten der heute bestehenden Lösungen.
Neben dem Gebrauch an Kassen in Geschäften würden Chips und PINs nun auch für Online-Transaktionen verwendet und verhindern fast unbegrenzt Betrug, so Zafar weiter.
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