Piebalgs begrüßt trilaterale Kopplung des Strommarktes [DE]

Energiekommissar Andris Piebalgs hat vor dem Hintergrund, dass die Mitgliedstaaten über die Ausrichtung einer gemeinsamen Energiepolitik uneins sind, die Entscheidung Frankreichs, Belgiens und der Niederlande als ersten Schritt auf dem Weg zu einer europaweiten Integration der Strommärkte begrüßt.

Energiekommissar Andris Piebalgs hat vor dem Hintergrund, dass die Mitgliedstaaten über die Ausrichtung einer gemeinsamen Energiepolitik uneins sind, die Entscheidung Frankreichs, Belgiens und der Niederlande als ersten Schritt auf dem Weg zu einer europaweiten Integration der Strommärkte begrüßt.

Die Kopplung zwischen den drei Ländern ist seit dem 21. November 2006 aktiv und hat die Schaffung einer neuen Strombörse in Belgien, Belpex, ermöglicht. Die neue Strombörse wurde in Zusammenarbeit mit der niederländischen Strombörse APX, der französischen Strombörse Powernext und den drei Übertragungsnetzbetreibern EDF-RTE, Elia und Tennet gegründet.

Die Kopplung der Strommärkte beinhaltet eine Zusammenarbeit zwischen Übertragungsnetzbetreibern, Strombörsen und Regulierungsbehörden, die es ermöglicht gemeinsame Strombörsen zu nutzen.

Die Kommission ist der Auffassung, dass ein gemeinsamer europäischer Strommarkt die zusätzlichen Elektrizitätskapazitäten und Ressourcen besser ausnutzen kann und Größenvorteile und niedrigere Preise erzielen kann. Bisher, so der Kommissionsbericht, sei durch die Kopplung die Nutzung der Verbindungsleitungen deutlich effizienter geworden und das Preisniveau in den drei Ländern sei angeglichen geworden. 

Eine weitere Ausweitung des Marktes ist in Richtung des nordischen Marktes, dem ersten regionalen Markt, und in Richtung des iberischen Marktes geplant. Die Kommission hofft, dass daraus ein europäischer Binnenmarkt entstehen wird, sobald die Marktkopplung mit Osteuropa durch Deutschland erfolgt ist. 

André Merlin, Geschäftsführer des Stromnetzbetreibers RTE und Präsident des Europäischen Energie- und Verkehrsforums, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFX, dass die Zusammenarbeit das erste Beispiel in der EU für diese Art der Integration sei. Bert Den Ouden, Geschäftsführer der niederländischen APX-Gruppe, sagte, dass die Integration mit Deutschland äußerst wichtig sei, da das Land sich in einer zentralen Lage befände und dies der Zusammenarbeit eine dritte Dimension verleihen würde. 

Ein Stromausfall am 4. November 2006, durch den 10 Millionen Haushalte in Europa ohne Strom auskommen mussten, hat die Notwendigkeit einer verstärkten Kopplung zwischen den Mitgliedstaaten demonstriert. 

Sir John Mogg, Präsident des Council of European Energy Regulators (CEER), sagte, der Stromausfall habe so deutlich wie nie gezeigt, dass ein integriertes europäisches Stromnetz angemessener regulativer Aufsicht unterliegen müsse.