Pornoplattformen vermelden Nutzereinbruch in der EU

Die vier größten europäischen Pornoplattformen verzeichneten in den jüngsten Transparenzberichten alle einen starken Rückgang des Datenverkehrs. Sollte das tatsächlich stimmen, würden einige der strengsten Anforderungen des EU-Gesetzes über digitale Dienste nicht auf sie zutreffen. 

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Stuft die Kommission die Zahlen als glaubwürdig ein, würden nur noch XNXX eine große Online-Plattform (VLOP) eingestuft werden. [Stockfoto / Getty Images]

Die vier größten europäischen Pornoplattformen verzeichneten in den jüngsten Transparenzberichten alle einen starken Rückgang des Datenverkehrs. Sollte das tatsächlich stimmen, würden einige der strengsten Anforderungen des EU-Gesetzes über digitale Dienste nicht auf sie zutreffen. 

Die EU-Kommission stufte die Pornoplattformen Pornhub, Stripchat und XVideos im Dezember 2023 als „sehr große Online-Plattformen“ (VLOPs) ein. Im Juli folgte XNXX.  Das bedeutet, dass sie im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) mehr tun müssen, um Risiken auf ihrer Plattform zu mindern.

Neben Jugendschutz gehört auch die regelmäßige Vorlage von Transparenzberichten und eine jährliche unabhängige Prüfung zu den Anforderungen.

Entscheidendes Kriterium für die Einstufung als VLOP ist ein monatlicher EU-Datenverkehr von mindestens 45 Millionen. Laut der neusten Transparenzberichte liegen drei der vier Plattformen darunter.

XNXX meldete 46 Millionen durchschnittliche monatliche Nutzer in der EU, ein Rückgang von 77 Millionen Nutzern im August. Grund für den Rückgang sei die Tatsache, dass eine große Anzahl von Personen ein „Inkognito“-Fenster verwenden würden. Die Plattform gab an, die Nutzeranzahl zuvor anhand von „Erfahrungswerten und Faustregeln“ beurteilt und die Zahl auf über 45 Millionen geschätzt zu haben, um weiterhin als sehr große Online-Plattform im Rahmen des DSA zu gelten.

XVideos gehört demselben Eigentümer wie XNXX. Die Plattform verzeichnete in der EU durchschnittlich 31 Millionen Nutzer pro Monat – ein Rückgang von 84 Millionen Nutzern im Vergleich zu August. Die Plattform führte dieselbe Begründung wie XNXX an: Änderungen bei der Nutzerberechnung, die sich aus der Schätzung der geografischen Herkunft der Nutzer in Browsern im Inkognito-Modus ergeben.

Stuft die EU-Kommission die Zahlen als glaubwürdig ein, würden nur noch XNXX eine große Online-Plattform (VLOP) eingestuft werden und allein den strengeren Regeln im Rahmen des digital Gesetzes unterliegen würde.

PornHub gab an, zu Beginn des Jahres durchschnittlich 26,6 Millionen monatliche EU-Nutzer zu haben. Die Zahl sei über die vorausgegangenen sechs Monate erhoben worden. Stripchat meldete die gleiche Anzahl von Nutzern wie PornHub. Allerdings handelte es sich dabei um Zahlen vom 1. August – die Plattform hatte die Zahlen nicht aktualisiert, nachdem sie unter den DSA-Schwellenwert gefallen waren.

EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier sagte gegenüber Euractiv, dass „die Kommission die Marktentwicklungen genau verfolgt. Wenn ein VLOP unter den Schwellenwert fällt, ist eine Aufhebung der Kennzeichnung tatsächlich möglich, und dann würden die allgemeinen DSA-Verpflichtungen für eine solche Plattform gelten.“

Eine „Aufhebung der Kennzeichnung“ einer Plattform erfolgt nicht automatisch.

[VB]