Prag und Wien: Westbalkan darf nicht in Vergessenheit geraten
Die Integration der Westbalkanstaaten in die EU sei ganz im Interesse Tschechiens und Österreichs, sagten der tschechische Premierminister Petr Fiala und sein österreichischer Amtskollege Karl Nehammer am Dienstag in Prag.
Die Integration der Westbalkanstaaten in die EU sei ganz im Interesse Tschechiens und Österreichs, betonten der tschechische Premierminister Petr Fiala und sein österreichischer Amtskollege Karl Nehammer am Dienstag in Prag.
Fiala und Nehammer trafen sich am Dienstag (17. Mai) in Prag und sprachen über die Lage auf dem Westbalkan, darunter in Bosnien und Herzegowina.
„Die Weltöffentlichkeit hat sich auf den Krieg in der Ukraine gerichtet und dem Balkan wird nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt“, sagte Nehammer nach dem Treffen.
Bundeskanzler Nehammer wies auch auf die sehr angespannte Lage in Bosnien hin. „Die Aufmerksamkeit der EU ist notwendig. Ich möchte nicht, dass der Balkan den Eindruck bekommt, wir hätten seine EU-Beitrittskandidatur vergessen“, fügte Nehammer hinzu.
Fiala bestätigte, dass der westliche Balkan ein „wichtiges Thema“ für die kommende tschechische EU-Ratspräsidentschaft sei.
Prag erwägt, einen Westbalkan-Gipfel zu organisieren, wenn es im Juli die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Dies wird jedoch davon abhängen, ob die derzeitige französische Ratspräsidentschaft ihren Plan, das Treffen zu veranstalten, umsetzen wird.
„Die Balkanländer sind mit einer Reihe von Forderungen der Europäischen Kommission konfrontiert. Es ist für uns beide wichtig, hier einen klaren und fairen Ansatz zu sehen“, sagte Nehammer.
Fiala betonte, dass die EU auch der Ukraine so schnell wie möglich den Kandidatenstatus zuerkennen sollte, wobei er jedoch darauf hinwies, dass der Prozess alle erforderlichen Bedingungen erfüllen müsse.