Prüfungswesen: Kommission erwägt Reorganisierung des Sektors

Die Europäische Kommission sagte am Mittwoch (13. Oktober), sie werde nächstes Jahr eine Reform des Sektors des Prüfungswesens vorschlagen, nachdem die Finanzkrise Mängel in seinen Verfahrensweisen enthüllt hatte.

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Die Europäische Kommission sagte am Mittwoch (13. Oktober), sie werde nächstes Jahr eine Reform des Sektors des Prüfungswesens vorschlagen, nachdem die Finanzkrise Mängel in seinen Verfahrensweisen enthüllt hatte.

Der Status Quo sei keine Option für die Europäische Kommission, sagte der Kommissar für Finanzdienstleistungen, Michel Barnier, einer Presskonferenz gegenüber.

Man sei froh, 2011 Gesetze diesbezüglich zu produzieren, sagte Barnier, als er das zweimonatige Konsultationsverfahren über seine Ideen zur Umgestaltung des Sektors anfing.

Die Regulierer wenden ihre Aufmerksamkeit darauf, ob die Wirtschaftsprüfer proaktiv genug in ihrer Hinterfragung worden seien, was bei den Banken passiert sei, bevor die Krise sich entfaltete und eine Reihe an Verstaatlichungen verursachte.

Die britische Behörde für Finanzdienstleistungen und der Rat für die Rechnungslegung veröffentlichten im Juni ein Konsultationsdokument, in dem sie sagten, neue Regeln, die Wirtschaftsprüfer dazu zwängen, fragwürdige Praktiken zu denunzieren, könnten notwendig sein.

Der Rat für Rechnungslegung untersucht bereits, wie Ernst & Young die Bücher der Lehman Brothers geprüft hatte, die Bank, deren Zusammenbruch im Jahr 2008 das weltweite Finanzsystem in die Knie zwang.

Die Krise zeige Fehler im Sektor des Prüfungswesens auf. Man wolle den Beruf und seine Glaubwürdigkeit stärken, so Barnier.

Keine Tabu-Themen

Mögliche Reformen, die kein Thema scheuen würden, könnten sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Ist es eine gute Idee für Prüfer, jahrzehntelang dieselben Kunden zu haben?
  • Wie kann man mögliche Interessenkonflikte angehen, wenn ein Prüfer die Bücher einer Firma prüft, für die er auch Beratung leistet?
  • Sind Prüfer unabhängig genug, um Unternehmen zu befragen?
  • Legen Investoren zu viel Vertrauen in Prüfungen?
  • Da der Sektor von den „Big Four“ (PWC, Deloitte, KPMG und Ernst & Young), die 70 Prozent des europäischen Marktes ausmachen, beherrscht wird, wäre es ein Risiko für das weite Finanzsystem, wenn einer von ihnen zusammenbräche?
  • Könnte man den Wettbewerb stimulieren, indem ein kleinerer Prüfer gemeinsame Prüfungen mit einem der „Big Four“ durchführen würde?
  • Sollten kleinere Firmen weniger bedrückenden Prüfungsregeln unterliegen?
  • Wie kann man die europäische Überwachung am besten gestalten?

(EURACTIV mit Reuters, aus dem Englischen übersetzt von EURACTIV.)