Putin unterzeichnet Dekret zur Aufstockung der russischen Streitkräfte

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag (25. August) ein Dekret zur Aufstockung der russischen Streitkräfte von 1,9 Millionen auf 2,04 Millionen Personen unterzeichnet, nachdem der Krieg in der Ukraine in seinen siebten Monat geht.

EURACTIV.com with Reuters
VII International Army Games ARMI-2022
Ein Junge benutzt eine mit Platzpatronen geladene Waffe, während er am 21. August 2022 am Panzer-Biathlon im Rahmen der Internationalen Armeespiele ARMI-2022 im Trainings- und Taktikkomplex Alabino außerhalb von Moskau, Russland, teilnimmt. Die Veranstaltung läuft noch bis zum 27. August. [EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV]

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag (25. August) ein Dekret zur Aufstockung der russischen Streitkräfte von 1,9 Millionen auf 2,04 Millionen Personen unterzeichnet, nachdem der Krieg in der Ukraine in seinen siebten Monat geht.

Zwar hat Moskau seit Beginn des Konflikts keine Verluste bekannt gegeben, doch gehen westliche Beamt:innen und die Regierung in Kiew davon aus, dass es sich um mehrere Tausend handeln dürfte.

Die nun verordnete Aufstockung beinhaltet eine Erhöhung der Zahl der Kämpfenden um 137.000 auf damit insgesamt 1,15 Millionen Soldat:innen. Laut dem auf dem Gesetzgebungsportal der Regierung veröffentlichten Erlass tritt sie am 1. Januar in Kraft.

Das letzte Mal, dass Putin die Größe der russischen Armee angepasst hatte, war im November 2017. Damals wurde die Zahl der Soldat:innen auf 1,01 Millionen erhöht, bei einer gesamten Truppenstärke von 1,9 Millionen Personen, einschließlich der Nichtkombattant:innen.

Der Kreml hat seit Beginn des Krieges nicht in vollem Umfang mitgeteilt, wie viele Opfer Russland in der Ukraine zu beklagen hat. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass 1.351 russische Soldat:innen getötet worden seien.

Westlichen Schätzungen zufolge könnte die tatsächliche Zahl jedoch mindestens zehnmal so hoch ausfallen. Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn der Invasion am 24. Februar mindestens 45.000 russische Soldat:innen getötet oder verwundet.

Auch Kiew hat sich bisher geweigert, Angaben darüber zu machen, wie viele seiner Streitkräfte im Krieg ums Leben gekommen sind. Am Montag erklärte der Chef der ukrainischen Streitkräfte jedoch in einer der seltenen Meldungen, dass fast 9.000 Soldat:innen getötet worden seien.

In Putins Dekret wird derweil nicht angegeben, wie die Aufstockung des Personals erreicht werden soll. Vielmehr wurde die Regierung angewiesen, die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen.

Einem maßgeblichen Jahresbericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien zufolge verfügte Russland zu Beginn dieses Jahres über 900.000 aktive Militärangehörige und eine Reserve von 2 Millionen Personen, die in den letzten fünf Jahren ihren Militärdienst abgeleistet haben.