Rezession durchkreuzt EU-Ziele für Wachstum und Beschäftigung [DE]
Nachdem die europäische Wirtschaft in Folge Wirtschaftskrise eingebrochen ist, sind die EU-Pläne, bis 2010 der wettbewerbsfähigste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt zu werden, laut einem Bericht, der im Verlauf der Woche veröffentlicht werden soll, hinfällig.
Nachdem die europäische Wirtschaft in Folge Wirtschaftskrise eingebrochen ist, sind die EU-Pläne, bis 2010 der wettbewerbsfähigste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt zu werden, laut einem Bericht, der im Verlauf der Woche veröffentlicht werden soll, hinfällig.
Der jährliche Europäische Wachstums- und Beschäftigungsmonitor zeigt, dass Finnland sich europaweit in der besten Lage befindet, um der Kreditkrise standzuhalten, während die irische Wirtschaft in einer Studie des Lisbon Council und der Allianz-Gruppe zu den 14 größten Volkswirtschaften in Europa um neun Plätze auf Platz 13 von 14 abrutscht.
Aufgrund des dramatischen Leistungsrückgangs in den letzten zwölf Monaten, würden die EU-15 Länder 2009 und wahrscheinlich 2010 nicht in der Lage sein, die Zielsetzungen von Lissabon zu erreichen. Im letzten Jahr erreichten sie eine Wertung von 0,84, im Vergleich zu 1,12 Ende 2007, heißt es in einer Erklärung die vor der Veröffentlichung des Berichtes erschien.
Die jährliche Wettbewerbsuntersuchung misst Wirtschaftswachstum, Produktivitätswachstum, Beschäftigung, Humankapital, zukunftsorientierte Investitionen und nachhaltige öffentliche Finanzen.
Rückgängen der Wachstumsrate und der Arbeitsproduktivität werden von Verschlechterungen der Beschäftigung und der öffentlichen Finanzen gefolgt werden und einzig Europas Humankapital verbessere sich weiter, erklärt der Bericht.
Sogar wenn es nicht zur globalen Wirtschaftskrise gekommen wäre, hätten nur sechs europäische Länder 2009 die Zielsetzungen von Lissabon erfüllt: Finnland, Griechenland, die Niederlande, Polen, Spanien und Schweden.
Die Lissabon-Strategie sollte Europa bis nächstes Jahr zur wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Volkswirtschaft machen..
Michael Heise, Chefökonom der Allianz und Hauptautor der Studie, sagte, dass der Lichtblick für Europa sein gutes Humankapital sei, sowie seine hochmoderne Technologie, sein starkes Sozialsystem und vergleichsweise gute Regierungen.
Jetzt, wo Rohstoffpreise günstig seien, sei die Geldpolitik von nie dagewesener Lockerheit und ökonomische Anreize seien unterwegs. Diese Faktoren sollten das Wachstum bis Ende dieses Jahres wieder einigermaßen herstellen. Man könne also mittel- bzw. langfristig wieder relativ optimistisch sein.
Paul Hofheinz, Vorsitzender des Lisbon Council, fügte hinzu, dass der Anstieg der Beschäftigung zwischen 2005 und 2008 ein Polster geschaffen habe, das den Effekt des scharfen Rückgangs der letzten Monate etwas abfange. Er sagte, dass die Lissabon-Strategie Europa dabei geholfen habe, sich auf Innovation und Wachstum zu konzentrieren und dass es Zeit sei, diese Strategie als Erfolg zu werten.
Ranking des Europäischen Wachstums- und Beschäftigungsmonitor:
- Finnland
- Polen
- Niederlande
- Griechenland
- Schweden
- Spanien
- Großbritannien
- Belgien
- Deutschland
- Österreich
- Dänemark
- Frankreich
- Irland
- Italien