Wollen sich annähern: Rumänien und Ungarn visieren Zugverbindung an
Überraschenderweise traf sich der rumänische Premierminister Marcel Ciolacu mit Viktor Orbán. Dabei steht eigentlich ein Infrastrukturprojekt im Vordergrund. Zudem könnte Bukarest sicherstellen wollen, dass Ungarn in der Schengen-Frage auf ihrer Seit ist.
Überraschenderweise traf sich der rumänische Premierminister Marcel Ciolacu mit Viktor Orbán. Dabei steht eigentlich ein Infrastrukturprojekt im Vordergrund. Zudem könnte Bukarest sicherstellen wollen, dass Ungarn in der Schengen-Frage auf ihrer Seit ist.
„Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft,“ schrieb Orbán selbst auf seiner Facebook-Seite, zusammen mit einem Bild mit Ciolacu.
Der rumänische und der ungarische Premierminister trafen sich zuletzt 2010, als der damalige Premier Emil Boc Gespräche mit Orbán führte. Die Beziehungen gelten als frostig.
Dieses Mal wurde das private Treffen zwischen den beiden Ministerpräsidenten auf Wunsch des rumänischen Ministerpräsidenten und unter Vermittlung des UDMR-Vorsitzenden Kelemen Hunor arrangiert, wie ungarische Medien berichten.
Nachdem Orban seine Nachricht auf Facebook gepostet hatte, stellte das Presseamt der Regierung klar, dass die beiden über ein gemeinsames Infrastrukturprojekt sprachen, das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf beide Länder haben würde.
Medienberichten zufolge handelt es sich bei diesem Projekt um eine Hochgeschwindigkeitszugstrecke zwischen Bukarest und Budapest.
Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema war der Beitritt Rumäniens zum visafreien Schengen-Raum.
Sollte Rumänien 2023 nicht dem Schengen-Raum beitreten, „ist die einzige Chance, das Thema 2024 erneut auf die Tagesordnung zu setzen, die zweite Jahreshälfte, wenn Ungarn die EU-Ratspräsidentschaft innehat“, hieß es aus Regierungskreisen gegenüber G4Media.ro.
Im Anschluss an das Treffen in Bukarest reiste Orban nach Băile Tușnad im Komitat Harghita, um an der Freien Sommeruniversität und dem Studentenlager von Bálványos teilzunehmen.
Letztes Jahr hatte der ungarische Regierungschef in einer Rede bei der gleichen Veranstaltung erklärt, die Welt befinde sich in einem Jahrzehnt der Herausforderungen und Gefahren, wobei er seine Ansichten über den Niedergang des Westens zum Ausdruck brachte.