Russland droht europäischen Drohnenherstellern und veröffentlicht deren Adressen im Internet

Dmitri Medwedew, Russlands ehemaliger Präsident und stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates, erklärte, dass die Liste des Verteidigungsministeriums eine „potenzielle Ziele für die russischen Streitkräfte“ darstelle.

EURACTIV.com
President Volodymyr Zelenskyy delivers first batch of advanced Peklo missile drones to Ukrainian military
Ukrainische Langstreckendrohnen. [Foto: Ukrinform/NurPhoto via Getty Images]

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Mittwochabend die Adressen mehrerer Drohnenhersteller in Europa, die die Ukraine unterstützen, und warnte, dass solche gemeinsamen Produktionsvorhaben einen „Schritt in Richtung Eskalation“ darstellten.

Diese implizite Drohung Russlands erfolgte, nachdem Berlin ein Militärhilfepaket in Höhe von 4 Milliarden Euro angekündigt hatte, dessen Schwerpunkt auf Luftabwehr und Drohnen liegt, sowie nach der Ankündigung von Wolodymyr Selenskyj und Giorgia Meloni, dass sie ein gemeinsames Drohnenproduktionsprojekt prüfen.

„Wir betrachten diese Entscheidung als einen bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärischen und politischen Lage auf dem gesamten europäischen Kontinent und zu einer schleichenden Umwandlung dieser Länder in einen strategischen Rückzugsraum für die Ukraine führt“, schrieb das russische Verteidigungsministerium auf Telegram.

„Anstatt die Sicherheit der europäischen Staaten zu stärken, ziehen die Schritte der europäischen Staats- und Regierungschefs diese Länder zunehmend in den Krieg mit Russland hinein“, fügte es hinzu.

Gemeinsame Produktion von Drohnen

Die ukrainische Rüstungsindustrie drängt auf die gemeinsame Produktion von Drohnen und anderer Verteidigungsausrüstung mit europäischen Partnern, um die Produktion anzukurbeln, da das Land laut einem hochrangigen ukrainischen Beamten seit Ende 2025 täglich rund 9.000 Drohnen einsetzt.

Der Telegram-Beitrag enthielt die Adressen von 11 ukrainischen Herstellern und 10 europäischen Unternehmen, die über ganz Europa verteilt sind.

https://euractiv.com/de/news/die-ukraine-strartet-export-von-verteidigungs-know-how-im-rahmen-von-sicherheitsabkommen-im-nahen-osten/

„Die europäische Öffentlichkeit sollte nicht nur die zugrunde liegenden Ursachen der Bedrohungen für ihre Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen sowie den Standort der ‚ukrainischen‘ und ‚gemeinsamen‘ Unternehmen kennen, die UAVs [Drohnen] produzieren“, erklärte das Ministerium.

Dmitri Medwedew, Russlands ehemaliger Präsident und stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates, erklärte in einem separaten Social-Media-Beitrag, dass die Erklärung des Ministeriums „wörtlich“ zu nehmen sei und die Liste „potenzielle Ziele für die russischen Streitkräfte“ darstelle.

(at)