Russland 2022 größter Exporteur nach Bulgarien
Russland war im Jahr der russischen Invasion in der Ukraine der größte Exporteur nach Bulgarien und löste damit Deutschland an der Spitze der Exporteure ab.
Russland war im Jahr der russischen Invasion in der Ukraine der größte Exporteur von Gütern nach Bulgarien und löste damit Deutschland an der Spitze der Exporteure ab. Bei Ölexporten nahm dabei nicht nur der Preis, sondern auch die Menge des russischen Öls deutlich zu.
Russland führte Waren für fast 5,86 Milliarden Euro nach Bulgarien ein, doppelt so viel wie im Jahr 2021. Die Einfuhren aus Russland nach Bulgarien haben auch die Einfuhren aus Deutschland (5,36 Milliarden Euro), dem größten Handelspartner des Landes vor dem Einmarsch, überholt.
Bulgarien führte vor allem Rohöl im Wert von 3,2 Milliarden Euro aus Russland ein. Das Land ist auch einer der größten Exporteure von Erdölprodukten in die Ukraine, wobei ein großer Teil davon in der Lukoil-Raffinerie in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Burgas aus russischem Öl hergestellt wird.
Das russische Unternehmen behauptet, es verkaufe an 500 bulgarische Unternehmen, aber nicht an ukrainische. Die Daten zeigen jedoch, dass einige dieser bulgarischen Unternehmen Zwischenhändler für den Ölexport in die Ukraine im Wert von fast 1 Milliarde Euro sind.
Nicht nur der Wert, sondern auch die Menge des nach Bulgarien eingeführten russischen Öls ist gestiegen – von 2,55 Milliarden Kilogramm im Jahr 2021 auf 6,04 Milliarden Kilogramm im Jahr des Krieges mit der Ukraine, was einer Steigerung von 137 Prozent entspricht.
Bulgarien hat eine Ausnahmegenehmigung vom Verbot der Einfuhr russischen Öls in die EU bis Ende 2024 erhalten, sodass Lukoil Neftochim weiterhin riesige Mengen Öl importieren und verarbeiten kann. Nach Angaben des bulgarischen Statistikinstituts importiert Bulgarien offenbar weiterhin Erdgas aus Russland, obwohl Gazprom offiziell angekündigt hat, die Lieferungen bis Ende April 2022 einzustellen.
Bulgarien importierte Gas aus der Russischen Föderation im Wert von 1,1 Milliarden Euro, über 100 Millionen Euro mehr als 2021, als die Importe ununterbrochen waren.
Die Erklärung dafür ist, dass der Erdgaspreis an den europäischen Börsen wegen des Krieges und der unterbrochenen Lieferungen von Gazprom in die EU Rekordhöhen erreicht hat. Was die Menge betrifft, so wurde 2022 etwa 60 Prozent weniger Gas nach Bulgarien eingeführt.