Schweden treibt Entwicklung von Drohnentechnologie voran

Schweden testet bald eine neue Software, die bis zu 100 Drohnen in „Schwärmen“ steuern kann. Der Krieg in der Ukraine treibt die Entwicklung neuer Kriegstechnologien voran.

/ EURACTIV.com
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Basierend auf den Lehren des Krieges haben die Schwedischen Streitkräfte und der in Schweden ansässige Rüstungskonzern Saab ein geheimes Projekt zur Entwicklung von Drohnenschwärmen beschleunigt. [Maria Senovilla/EPA]

Schweden will eine neue Software testen, die bis zu 100 Drohnen in „Schwärmen“ steuern kann. Der Krieg in der Ukraine treibt die Entwicklung neuer Kriegstechnologien voran.

Drohnen sind seit Langem ein wichtiger Bestandteil der Aufklärung und Spionage moderner Militärs. Der Krieg in der Ukraine hat die Entwicklung von Drohnentechnologie und -taktiken noch einmal erheblich beschleunigt. Ihr Einsatz – von der Überwachung bis hin zu gezielten Angriffen – ist zu einem entscheidenden Bestandteil moderner Kriegsführung geworden und Länder in ganz Europa versuchen mit den neuesten Fortschritten Schritt zu halten.

Die Schwedischen Streitkräfte und der im Land ansässige Rüstungskonzern Saab haben Lehren aus dem Krieg in der Ukraine gezogen und ein geheimes Projekt zur Entwicklung von Drohnenschwärmen vorangetrieben. Diese sollen in der Lage sein, sich autonom zu koordinieren und unabhängig auf Entwicklungen auf dem Schlachtfeld zu reagieren.

Die Ergebnisse dieses Projekts würden bald getestet, sagte der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson am Montag.

Schweden, der letzte NATO-Neuzugang, gibt bereits mehr als 2 Prozent seines Bruttoinlandprodukts für Verteidigung aus, wie es das Bündnis vorsieht. In diesem Jahr will das Land 2,4 Prozent erreichen und ist auf gutem Kurs. Wie viel die schwedische Regierung für das streng geheime Projekt mit Saab ausgibt, wurde nicht veröffentlicht.

Ukraine ist Treiber für rasanten Fortschritt der Drohnentechnologie

Sowohl ukrainische als auch russische Streitkräfte haben im anhaltenden Konflikt Drohnen umfassend für Aufklärung, Zielerfassung und für Angriffe mit Sprengköpfen eingesetzt.

Drohnen – wie die mittlerweile bekannte türkische Bayraktar TB2 – haben gezeigt, wie relativ günstige Technologie die Schlachtfeld-Dynamik verändern kann. In den frühen Phasen der russischen Invasion waren sie entscheidend beim Angriff auf die feindlichen Konvois.

Die ukrainischen Streitkräfte haben relativ günstige kommerzielle Drohnen (insbesondere First-Person-View-Renndrohnen) angepasst und neuartige Taktiken entwickelt, um feindliche Drohnen abzufangen, gepanzerte Fahrzeuge anzugreifen, Echtzeitinformationen zu liefern und feindliche Logistik zu stören.

Seitdem hat die Ukraine eine florierende heimische Drohnenproduktion für den Kriegszweck aufgebaut. Während EU-Staaten ihre eigene Produktion hochfahren wollen, orientiert sich Schweden an den ukrainischen Erfahrungen.

„Wir lernen aus dem Krieg in der Ukraine“, sagte Armee-Offizier Jonny Lindfors und fügte hinzu, dass es durch die schnelle Entwicklung wenig sinnvoll sei, „in 100.000 Drohnen zu investieren, die letztlich im Lager enden.“

Stattdessen konzentriert sich Schweden darauf, Software zu entwickeln, die künftig für jede Art von Drohne eingesetzt werden kann, erklärt Lindfors.

Mit dieser Software können Drohnen Straßen überwachen, Überwachungsbilder sammeln und übermitteln, feindliche Ziele identifizieren und zur Basis zurückkehren, um sich aufzuladen – alles ohne menschliches Eingreifen.

Obwohl das System zunächst für Aufklärungszwecke entwickelt wurde, kann es leicht erweitert werden, damit Drohnen auch Lasten, einschließlich Bomben, transportieren können.

Diese Entwicklung bereitet humanitären Organisationen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Sorgen: „Der Verlust menschlicher Kontrolle und Urteilsfähigkeit beim Einsatz von Gewalt und Waffen wirft aus humanitärer, rechtlicher und ethischer Sicht ernsthafte Bedenken auf.“

Laut dem IKRK birgt die Natur autonomer Systeme „Risiken für alle von bewaffneten Konflikten betroffenen Menschen, sowohl Zivilisten als auch Kämpfer, sowie Gefahren einer Eskalation von Konflikten.“

Die Software wird während der bevorstehenden Militärübung Arctic Strike 25 im März getestet, zu der Schweden Industriepartner zur Zusammenarbeit eingeladen hat.

[Bearbeitet von Owen Morgan/Victoria Becker]