Schwedischer EU-Beamter seit über 500 Tagen im Iran inhaftiert
Der schwedische EU-Beamte Johan Floderus ist seit über 500 Tagen im Iran inhaftiert. Ihm wird Spionage vorgeworfen, was Beobachter jedoch als Teil der Geiseldiplomatie des Iran sehen.
Der schwedische EU-Beamte Johan Floderus ist seit über 500 Tagen im Iran inhaftiert. Ihm wird Spionage vorgeworfen, was Beobachter jedoch als Teil der Geiseldiplomatie des Iran sehen.
Der schwedische EU-Beamte Johan Floderus war im vergangenen Frühjahr als Tourist in den Iran gereist. Im Juli vergangenen Jahres gab die iranische Regierung jedoch bekannt, dass sie einen schwedischen Staatsbürger wegen Spionageverdachts verhaftet und in das berüchtigte Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt gebracht habe.
Laut Berichten der New York Times vom Montag (4. September) handelt es sich hierbei um Floderus.
Die Anschuldigungen gegen den schwedischen Diplomaten beziehen sich auf Spionage. Aus Sicht von Beobachtern sind die Anschuldigungen jedoch Teil einer Strategie des Irans, um einen Gefangenenaustausch herbeizuführen.
„Dies ist eine sehr beunruhigende Situation. In Kombination mit dem anderen schwedischen Staatsbürger, Ahmadreza Djalali, der inhaftiert und zum Tode verurteilt ist, deutet dies darauf hin, dass der Iran die schwedische Regierung damit unter Druck setzen will“, so Maja Åberg, Expertin bei Amnesty International.
„Es ist bemerkenswert, dass bisher nichts passiert ist“, sagte sie. „Es scheint, dass der Iran diese Gefangenen als Geiseln und Schachfiguren in einem Spiel benutzt, um andere Länder dazu zu bringen, das zu tun, was er will.“
Im vergangenen Jahr wurde der iranische Staatsbürger Hamid Noury in Schweden wegen Mordes und internationaler Verbrechen, die in den 1980er Jahren im Iran begangen wurden, zu lebenslanger Haft verurteilt. Während sich der Fall noch in der Berufungsphase befindet, möchte Teheran Noury im Rahmen eines Gefangenenaustauschs nach Hause holen, den es bereits mit anderen Ländern durchgeführt hat.
In einer Erklärung gegenüber schwedischen Medien sagte der schwedische Außenminister Tobias Billström, dass er mit den iranischen Behörden bezüglich Floderus in Kontakt gestanden habe.
„Die Regierung hat sich sehr intensiv mit dem Fall befasst und tut dies auch weiterhin. Die betreffende Person ist willkürlich verhaftet worden und sollte unverzüglich freigelassen werden. Das ist auch so gesagt worden, auch von mir. Ansonsten kann ich nicht ins Detail gehen“, so Billström in einer schriftlichen Erklärung.
Floderus war im Auswärtigen Dienst der EU (EAD) tätig und arbeitete zuvor eng mit der schwedischen Kommissarin Ylva Johansson zusammen.
Peter Stano, Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU, erklärte gegenüber schwedischen Medien, man verfolge den Fall und stehe in engem Kontakt mit den schwedischen Behörden.
„Dieser Fall muss auch im Zusammenhang mit der wachsenden Zahl willkürlicher Verhaftungen von EU-Bürgern gesehen werden“, sagte Stano.