Serbien und Kroatien schauen nicht mehr zurück
Der kroatische Präsident Ivo Josipovi? trat gestern (18. Juli) seinen ersten offiziellen Besuch nach Serbien an, während dessen er eine Lösung sämtlicher offener Fragen mit seinem Gastgeber, dem serbischen Präsidenten Boris Tadi?, diskutierte. Josipovi? sagte, die zwei Länder seien zwischen 1991 und 1995 im Krieg gewesen, doch hätten sie keinen Grund, länger in die Vergangenheit zurückzuschauen. BETA Agentur, EURACTIVs Parner in Serbien, berichtet.
Der kroatische Präsident Ivo Josipovi? trat gestern (18. Juli) seinen ersten offiziellen Besuch nach Serbien an, während dessen er eine Lösung sämtlicher offener Fragen mit seinem Gastgeber, dem serbischen Präsidenten Boris Tadi?, diskutierte. Josipovi? sagte, die zwei Länder seien zwischen 1991 und 1995 im Krieg gewesen, doch hätten sie keinen Grund, länger in die Vergangenheit zurückzuschauen. BETA Agentur, EURACTIVs Parner in Serbien, berichtet.
Der kroatische Präsident wurde in Belgrad von Präsident Tadi? vor dem serbischen Palast gegrüßt, zusammen mit dem serbischen Premierminister Ivica Da?i? und dem stellvertretenden serbischen Premierminister Božidar Djeli?.
Nach der Willkommenszeremonie begannen Josipovi? und Tadi?, Wege zu diskutieren, wie man die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern verbessern und offene Fragen lösen könne.
Die beiden Präsidenten sagten bei einer Pressekonferenz später, dass sie die europäische Integration des jeweils anderen Landes unterstützten.
Die Fragen, welche besseren Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Weg stünden, seien unter anderem die Rückkehr der Flüchtlinge nach Kroatien, der Grenzstreit zwischen Serbien und Kroatien, die Frage nach vermissten Personen, Minderheitenprobleme und der Schutz der Minderheitsrechte.
Was die Klage Kroatiens vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Völkermordes betrifft (siehe Background), sagte Tadi?, er unterstütze eine außergerichtliche Einigung, während Josipovi? sagte, die Beschuldigungen des Völkermords seien das Ergebnis gewisser Probleme, und falls sie außergerichtlich geregelt werden könnten, wäre das „umso besser“.
Beide Präsidenten betonten, dass sie die Schaffung einer Regionalliga mit Teams aus beiden Ländern allgemein unterstützten. Später am selben Tag nahmen Tadi? und sein kroatischer Amstkollege Josipovi? an einer Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Demokratischen Bundes der Kroaten in der Vojvodina, einer die in der Provinz anwesenden ethnischen Kroaten vertretenden Partei, teil.
Ein Hauptthema der serbischen Politik sei das Recht jedes Bürgers auf die eigene Identität und Kultur, ohne dass dies irgendwie in Frage gestellt werden könne, so Tadi? bei der Feier.
Der kroatische Präsident bemerkte, dass beide Länder auf dem richtigen Weg seien, um ihre Probleme zu lösen, und erklärte, dass nicht die jetzigen Regierungen daran Schuld seien, wenn nicht alle Probleme aus der Vergangenheit gelöst worden seien.
Es gäbe keinen weiteren Grund, zurück zu schauen, so Josipovi?.
Kroatien sei auf dem Weg nach Europa und das sei des Landes Hauptziel, aber es sei gleichzeitig im strategischen Interesse jedes südosteuropäischen Landes so schnell wie möglich dasselbe zu erreichen, und Kroatien würde alles machen, um den Prozess vorantreiben zu helfen, so Josipovi?.
Er bedankte sich beim Demokratischen Bund der Kroaten in der Vojvodina für seinen großen Beitrag zur Aufrechthaltung der Identität der vor Ort lebenden Kroaten. Er fügte hinzu, dass die lokale kroatische Gemeinschaft in der Zukunft auf Unterstützung beider Länder zählen könne.
Die Vojvodina ist eine unabhängige Provinz Serbiens, die im an Ungarn und Kroatien grenzenden Nordteil des Landes liegt. Die Vojvodina ist auf ihre multiethnische und multikulturelle Identität stolz und hat mehrere Mechanismen zur Förderung der Minderheiten.