Slowakei kritisiert EU-Gesetz zur Pestizidreduzierung

Das slowakische Agrarministerium hat Vorbehalte gegen den neuen Rechtsrahmen für den Einsatz von Pestiziden geäußert, den die EU-Kommission im Juni als Teil des Gesetzes zur Naturwiederherstellung vorgeschlagen hat.

EURACTIV.sk
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In einem Interview für Euronews Albania erklärte Zusi, dass bei einer Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften für die Landwirtschaft in Albanien 90 Prozent der Unternehmen in diesem Sektor geschlossen werden müssten. [Shutterstock/Valentin Valkov]

Das slowakische Agrarministerium hat Vorbehalte gegen den neuen Rechtsrahmen für den Einsatz von Pestiziden geäußert, den die EU-Kommission im Juni als Teil des Gesetzes zur Naturwiederherstellung vorgeschlagen hat.

Die EU-Exekutive hat seit der Einführung der „Farm to Fork“-Strategie in 2020 das erste rechtsverbindliche Ziel auf EU-Ebene vorgeschlagen, den Einsatz und das Risiko chemischer Pestizide bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

Der Vorschlag gibt den Mitgliedstaaten jedoch auch die Möglichkeit, ihr eigenes nationales Ziel festzulegen und dabei ihre nationale Situation zu berücksichtigen, einschließlich historischer Fortschritte und der Intensität des Pestizideinsatzes.

Diese Flexibilität wurde von zehn Mitgliedstaaten gefordert, darunter auch von der Slowakei, bevor die Gesetzgebung veröffentlicht wurde.

Nach dem Vorschlag der Kommission darf das nationale Ziel jedoch auf keinen Fall unter 35 Prozent liegen, um sicherzustellen, dass alle Mitgliedstaaten den Einsatz von Pestiziden reduzieren. Doch das slowakische Ministerium ist von diesem Ansatz überhaupt nicht begeistert.

„Die Festlegung verbindlicher Ziele geht der Festlegung geeigneter Berechnungsmethoden voraus, und der Vorschlag berücksichtigt nicht ausreichend die unterschiedlichen Ausgangspositionen der einzelnen Mitgliedstaaten und die bisher erzielten Fortschritte“, erklärte das Ministerium gegenüber EURACTIV Slowakei und fügte hinzu, dass es versuchen werde, dies bei den nächsten Verhandlungen im EU-Rat zu ändern.

Die Slowakei macht seit langem darauf aufmerksam, dass slowakische Landwirte weniger Pestizide einsetzen als ihre Kollegen aus dem übrigen Europa.

Dies bestätigen auch die Daten von Eurostat, wonach der durchschnittliche Jahresverbrauch an Pestiziden pro Hektar in der Slowakei bei 1,3 Kilogramm liegt, während der europäische Durchschnitt bei 2,2 Kilogramm liegt.

Andererseits ist der Verbrauch von Pestiziden seit 2011 jedes Jahr gestiegen, was im Vergleich zum EU-Durchschnitt einen entgegengesetzten Trend darstellt.

Nach Angaben des Ministeriums ist es für eine Einschätzung verfrüht, ob die Slowakei in der Lage sein wird, das 35-Prozent-Ziel zu erreichen, oder wie der ideale Zielwert aussehen könnte.

„In jedem Fall ist der Pflanzenschutz ein Muss, um die Ernährungssicherheit zu erhalten und die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu erreichen“, fügt das Ministerium hinzu.