Slowakische Politiker kritisieren Orbáns ultranationalistischen Schal scharf

Außenminister Rastislav Káčer und EU-Abgeordnete haben den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán scharf dafür kritisiert, dass er einen Schal mit der historischen Landkarte Großungarns trägt.

EURACTIV.sk
Brussels,,Belgium.,20th,March,2019.,Hungarian,Prime,Minister,Viktor,Orban
Das historische Großungarn umfasste Gebiete, die heute zur Slowakei gehören, aber auch Teile von Rumänien, Kroatien, Serbien und der Ukraine. Orbán trug den umstrittenen Schal am Sonntag während eines Treffens mit einem ungarischen Fußballspieler. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Außenminister Rastislav Káčer und EU-Abgeordnete haben den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán scharf dafür kritisiert, dass er einen Schal mit der historischen Landkarte Großungarns getragen hat.

Das historische Großungarn umfasste Gebiete, die heute zur Slowakei gehören, aber auch Teile von Rumänien, Kroatien, Serbien, Österreich und der Ukraine. Orbán trug den umstrittenen Schal am Sonntag während eines Treffens mit einem ungarischen Fußballspieler.

In einer ungewöhnlich scharfen Erklärung bezeichnete Káčer Orbáns Geste mit den Worten „Ekel und Dreck.“

Die Geste sei „fehl am Platz und widerspricht dem Geist und den Regeln, auf denen die Europäische Union aufgebaut ist“, schrieb die slowakische Delegation im Europäischen Parlament in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.

Initiiert wurde die Erklärung von Ivan Štefanec, dem Leiter der slowakischen Delegation der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament. Auch andere slowakische Abgeordnete unterzeichneten die Erklärung, nicht nur von der EVP, sondern auch von der liberalen Fraktion Renew Europe und der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten.

Kritik kam auch aus anderen Ländern. So nannte der tschechische Außenminister Jan Lipavský die Erklärung eine „inakzeptable Provokation.“

In einem Facebook-Post am Dienstag sagte Orbán: „Fußball ist keine Politik. Man sollte nicht Dinge hineininterpretieren, die es nicht gibt.“

„Die ungarische Nationalmannschaft gehört allen Ungarn, egal wo sie leben“, fügte er hinzu.

Die Ministerpräsidenten der vier Visegrad-Staaten – Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn – treffen sich am Donnerstag zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Krieges. Das Treffen findet in der ostslowakischen Metropole Košice statt – einer Stadt, die früher zu Ungarn gehörte.

Ob Orbáns Schal die angespannte Stimmungen in der Visegrad-Gruppe entspannt, wird noch zu sehen sein.