Slowakische Übergangsregierung eröffnet Debatte über Abtreibungspillen
Nach jahrelangen Versuchen, die reproduktiven Rechte in der Slowakei einzuschränken, zieht die geschäftsführende Regierung nun die Zulassung von Abtreibungspillen in Betracht.
Nach jahrelangen Versuchen, die reproduktiven Rechte in der Slowakei einzuschränken, zieht die geschäftsführende Regierung nun die Zulassung von Abtreibungspillen in Betracht.
Aktuell ist in der Slowakei die einzige Möglichkeit für einen Schwangerschaftsabbruch ein medizinischer Eingriff unter Narkose.
Die Regierung erwägt die Zulassung medizinischer Abtreibungen, die insbesondere in den frühen Stadien der Schwangerschaft eine sichere und nicht-invasive Alternative zu chirurgischen Abtreibungen darstellen.
„Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob es zwei Wochen oder die Sommerferienmonate dauern wird, aber wir werden das Thema angehen“, sagte Gesundheitsminister Michal Palkovič.
Premierminister Ľudovít Ódor fügte hinzu, er wolle nicht, dass die Slowakei zu lange in der Gesellschaft von Ländern wie Uganda bleibe, die keinen medizinischen Schwangerschaftsabbruch anbieten.
Der Schritt kommt nach Jahren hitziger Debatten und Diskussionen über Abtreibung in der Slowakei. Immer wieder wurden in den letzten Jahren Gesetzesvorschläge eingebracht, die die reproduktiven Rechte von Frauen einschränken sollten.
Zuvor hatten bereits mehrere europäische Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich, Schweden und viele andere Abtreibungspillen legalisiert und in ihr Gesundheitssystem integriert. In Ländern wie Ungarn, Polen oder Malta ist der medizinische Schwangerschaftsabbruch dagegen nicht möglich.
Der Schritt löste in konservativen Kreisen des Landes sofort eine Gegenreaktion aus.
Die Übergangsregierung hatte vor Amtsantritt versprochen, sich nicht mit „kulturell-ethischen“ Themen zu befassen, was in der Slowakei ideologische Diskussionen über LGBTI+ und reproduktive Rechte beinhaltet.
Der Gesundheitsminister argumentiert jedoch, es handele sich um eine medizinische und nicht um eine ideologische Diskussion.