Spanien regt besonderen Status für EU-Minderheitssprachen an

Spanien setzt sich für einen besonderen Status für Minderheitssprachen, wie Katalanisch, Gallisch und Baskisch, in der EU-Verfassung ein. Unterdessen bemüht sich die EU um die Integration neun zusätzlicher Sprachen.

Spanien setzt sich für einen besonderen Status für Minderheitssprachen, wie Katalanisch, Gallisch und Baskisch, in der EU-Verfassung ein. Unterdessen bemüht sich die EU um die Integration neun zusätzlicher Sprachen.

Die spanische Regierung bereitet derzeit eine Initiative vor, die darauf abzielt, Minderheitssprachen – wie Katalanisch, Gallisch und Baskisch – einen besonderen Status in der EU-Verfassung zu geben. Der Vorschlag scheint darauf hinauszulaufen, dass die EU Minderheitssprachen anerkennt, während die Mitgliedstaaten die damit verbundenen Kosten tragen, wie beispielsweise die Übersetzung der Verfassung in diese Sprachen.

In der Praxis würde dies bedeuten, dass Minderheitssprachen einen ähnlichen Status wie Irisch, das keine offizielle EU-Sprache ist, genießen würden. Alle EU-Verträge liegen in irischer Übersetzung vor, und Bürger können in dieser Sprache an EU-Institutionen schreiben.

Der italienische Abgeordnete Dell’Alba (fraktionslos) erklärte gegenüber EURACTIV, dass „dies scheint eher ein internes [spanisches] Problem als ein europäisches zu sein“. Der Berichterstatter eines Berichts über die Herausforderungen für das Parlament hinsichtlich der Mehrsprachigkeit (siehe

DEURACTIV, 19.März) fügte hinzu, dass „der Wunsch von Mitgliedstaaten, offiziellen regionalen Sprachen mehr Würde zu verleihen, dürfte für die EU keinen großen Unterschied machen, insbesondere weil Spanien diese Frage bereits häufiger angesprochen hat. Sollte es sich hierbei um einen rein symbolischen Status handeln, dann hat er größeren internen politischen Wert als auf der europäischen Ebene, da der Status der gegenwärtigen offiziellen und Arbeitssprachen der EU unverändert bleiben würde.“

Nach der spanischen Zeitung El Mundo distanziert sich der französische Außenminister, Michel Barnier, vom Vorschlag Spaniens. Er verwies darauf, dass es im Endstadium der Verhandlungen über die europäische Verfassung „vermieden werden muss, schwierige Themen erneut auf den Tisch zu bringen“.

Die Initiative Spaniens kommt zu einem Zeitpunkt, wo die EU die ehrgeizigste sprachliche Erweiterungen ihrer Geschichte vollzieht. Die Zahl der offziellen Sprachen ist um fast das Doppelte auf zwanzig gestiegen.