Spaniens Ministerpräsident fordert China auf, sich für europäische Exporte zu öffnen
Pedro Sánchez bemüht sich als Brücke zwischen China und der Europäischen Union zu fungieren und positivere Beziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zu fördern.
MADRID – Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez forderte China am Montag auf, seinen Markt für europäische Exporte zu öffnen, und betonte die Notwendigkeit „ausgewogener und auf Gegenseitigkeit beruhender“ Handelsbeziehungen zwischen Brüssel und Peking.
Während seines vierten Besuchs in China seit 2023 bezeichnete der spanische Regierungschef die aktuellen Handelsbeziehungen als „untragbar“, vor dem Hintergrund weit verbreiteter Besorgnis unter EU-Beamten über die Flut chinesischer Importe in die Union.
„Wir brauchen China… damit es sich öffnet, damit Europa sich nicht abschotten muss, und damit es uns hilft, das derzeitige Handelsdefizit, das wir mit ihm haben, auszugleichen“, sagte Sánchez in einer Rede an der Tsinghua-Universität.
Im vergangenen Jahr belief sich das Handelsdefizit der EU gegenüber China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, auf 359,3 Milliarden Euro, während Spaniens Handelsdefizit auf 42 Milliarden Euro anstieg und 74 % des Gesamtdefizits des Landes ausmachte, wie Sánchez anmerkte.
„Wir sind aufgerufen, einander zu verstehen und zusammenzuarbeiten“
Der Ministerpräsident forderte Peking auf, seine Handelspolitik gegenüber der Europäischen Union, dem größten Handelsblock der Welt, zu überdenken. „Europa mag auf der Landkarte klein erscheinen. Aber sein Gewicht ist entscheidend, und seine Einheit ist ein Garant für Stabilität und Wohlstand in der Welt – einer Welt, die ohne China nicht zu verstehen ist“, sagte er. „Wir sind aufgerufen, einander zu verstehen und zusammenzuarbeiten“.
Sánchez startete offiziell seine dreitägige Reise nach China mit dem Ziel, die Beziehungen zu einem Land zu stärken, das Madrid als strategischen Verbündeten betrachtet.
Am Dienstag steht ein Treffen mit Präsident Xi Jinping sowie weiteren hochrangigen chinesischen Beamten und Wirtschaftsführern auf dem Programm, da der sozialistische Regierungschef China dazu bewegen möchte, seinen Markt für spanische Importe und Unternehmen zu öffnen und chinesische Investitionen nach Spanien zu locken.
Mehr als nur bilaterale Beziehungen
Im Vorfeld des Besuchs wiesen spanische Regierungsvertreter darauf hin, dass es bei Sánchez’ Reise um mehr gehe als nur um die bilateralen Beziehungen zwischen Spanien und China. Sie stellten sie als Teil der Bemühungen des spanischen Regierungschefs dar, als Brücke zwischen China und der EU zu fungieren und positivere Beziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zu fördern.
Laut Regierungsvertretern wird dies durch die starken Beziehungen zwischen Madrid und Peking ermöglicht, insbesondere durch das gute Verhältnis zwischen Sánchez und Xi Jinping.
(cm)