Strahlenschutz: Harmonisierung der Grenzwerte gefordert
Für Lebensmittel aus Japan gelten derzeit höhere Grenzwerte für Cäsium-134 und Cäsium-137, verglichen mit Lebensmitteln, die durch den Tschernobyl-Unfall kontaminiert sind. Das hat das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt und eine Harmonisierung der Strahlengrenzwerte für Lebensmittel gefordert.
Für Lebensmittel aus Japan gelten derzeit höhere Grenzwerte für Cäsium-134 und Cäsium-137, verglichen mit Lebensmitteln, die durch den Tschernobyl-Unfall kontaminiert sind. Das hat das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt und eine Harmonisierung der Strahlengrenzwerte für Lebensmittel gefordert.
Die EU-Kommission hat am 25. März per Eilverordnung die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan erhöht, ohne die Bevölkerung darüber zu informieren. Das bestätigt nun auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Die Strahlenschutzbehörde informiert auf ihrer Website, dass "für die Kontamination von Lebensmitteln mit Cäsium-134 und Cäsium-137 derzeit höhere Grenzwerte [gelten], wenn Lebensmittel durch den Unfall in Fukushima kontaminiert wurden, verglichen mit Lebensmitteln mit Kontaminationen durch den Unfall in Tschernobyl."
Zugleich weist die Behörde darauf hin, dass sich aus der Differenz "praktisch kein erhöhtes gesundheitliches Risiko für die Menschen in Deutschland" ergebe. Da die von der EU-Kommission erlassene Eilverordnung weder nachvollziehbar noch konsistent sei, fordert das Bundesamt allerdings eine entsprechende Harmonisierung der Cäsium-Werte. "Hierbei empfiehlt das BfS aus Gründen der Nachvollziehbarkeit und der Konsistenz, sich an den Grenzwerten für radioaktives Cäsium nach dem Tschernobyl-Unfall zu orientieren."
Japan kein Lebensmittel-Exportland
Die Strahelnschutzbehörde weist darauf hin, dass "nicht mit einer Einfuhr größerer Mengen an Nahrungsmitteln aus Japan zu rechnen" sei. "Alle Lebensmittel, die nun aus Japan importiert werden, müssen nach den Vorgaben der neuen EU-Verordnung kontrolliert werden […] Besteht nach dem Import einer Ware der begründete Verdacht auf eine mögliche Kontamination, leisten die Landesmessstellen der Bundesländer Hilfe bei der Messung und radiologischen Bewertung", heißt es bei der Behörde.
Frühwarnsystem in Deutschland
In Deutschland betreibt das BfS im Südschwarzwald ein hochempfindliches Messlabor, das als Frühwarnsystem fungiert. Das BfS hat hier am 25. März 2011 erste Spuren von in Japan freigesetzten radioaktiven Partikeln gemessen. Informationen zu aktuellen Werten der Messstation des BfS auf dem Schauinsland sowie von drei weiteren Messstationen in Braunschweig (PTB), Potsdam (DWD) und Offenbach (DWD) stellt das BfS online bereit.
"Aufgrund der weiträumigen Verteilung und Verdünnung der radioaktiven Stoffe in der Atmosphäre geht das BfS nicht davon aus, dass durch den Unfall in Japan radioaktive Belastungen in Deutschland in gesundheitsrelevanter Höhe eintreten werden", informiert die Strahlenschutzbehörde.
mka
Links
Foodwatch: EU: Höhere Grenzwerte für Produkte aus Japan (31. März 2011)
Kommission: Sondervorschriften für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima (26. März 2011)
EU-Kommission: Food safety: the EU reinforces controls on imports from Japan (24. März)
Bundesverbraucherministerium: Lebensmittel und Importwaren aus Japan: Keine Gefahrenhinweise (24. März 2011)
Bundesverbraucherministerium: Informationen zum Reaktorunglück in Japan
Zum Thema auf EURACTIV.de
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