Stylianides überzeugt bei Anhörung im Europaparlament
Der zyprische Politiker Christos Stylianides, designierter EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, hinterließ bei seiner Anhörung im Europaparlament einen überzeugenden Eindruck. EURACTIV Brüssel berichtet.
Der zyprische Politiker Christos Stylianides, designierter EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, hinterließ bei seiner Anhörung im Europaparlament einen überzeugenden Eindruck. EURACTIV Brüssel berichtet.
Christos Stylianides ist ausgebildeter Zahnarzt, studierte aber auch Politikwissenschaften, Internationale Beziehungen und EU-Angelegenheiten. Er war Regierungssprecher, Abgeordneter in Zypern und ist seit Mai als Mitglied der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) Europaabgeordneter.
In seinem Eingangsstatement sagte Stylianides, es sei ein Privileg für ihn, mit dem Geschäftsbereich Humanitäre Hilfe betraut zu werden. Er lobte die derzeitige Amtsinhaberin Kristalina Georgieva für ihren Einsatz.
Stylianides spricht gut Englisch, entschloss sich aber dazu, die Fragen der Parlamentarier auf Griechisch zu beantworten. Der Meinungsaustausch wirkte etwas ungelenk.
Der designierte Kommissar sprach davon, mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zusammenarbeiten zu wollen, um die Grundursachen von Konflikten anzugehen. Er betonte mehrmals, dass man proaktiv vorgehen müsse. Investitionen in die Belastbarkeit seien wirkungsvoller als Investitionen in die Krisenbewältigung. Für jeden Euro, der in die Belastbarkeit investiert würde, könne man sieben Euro Nothilfe sparen.
Stylianides sagte, er wisse, was eine Krisensituation sei. Dabei verwies er auf sein Heimatland Zypern, das nach der türkischen Invasion von 1974 ein geteiltes Land ist. Er wolle „der Sprecher der Schwächsten“ und die „Stimme der Stimmlosen“ sein. Sollte er bestätigt werden, würde sein erster Besuch in das von Ebola geplagte Westafrika gehen.
Der designierte Kommissar sagte, Ebola sollte als Naturkatastrophe behandelt werden und nannte die Epidemie „einen Taifun in Zeitlupentempo“. Seine Worte stießen im zuständigen Entwicklungsausschuss des Europaparlaments auf offene Ohren. Die Abgeordneten zeigten Interesse am Thema Ebola – im Gegensatz zu den Europaabgeordneten, die es versäumten, dem Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bei dessen Anhörung eine Frage zu Ebola zu stellen.
Auf das Budget für den Bereich Humanitäre Hilfe angesprochen, deutete er an, eine Verminderung anzustreben, um auf Notfälle schneller reagieren zu können.
Eine militärische Präsenz zur Unterstützung der humanitären Arbeit lehnte er ab. Er wolle in die Fußstapfen Georgievas treten und humanitäre Hilfe unter Wahrung der Neutralität und Unabhängigkeit leisten. Stylianides sagte, er sei bereit „mit dem Teufel zu verhandeln“, um humanitäre Hilfe zu Bedürftigen in abgelegene, vergessene Gebiete zu bringen.
Stylianides hob mehrfach die politische Bedeutung des 2016 im türkischen Istanbul stattfindenden Humanitären Weltgipfels hervor. Der zyprische Kommissar bestätigte, dass der Türkei bei der Flüchtlingskrise in Syrien eine Schlüsselrolle zukomme und eine insgesamt positive Rolle beim Krisenmanagement.
Noch während der Anhörung gratulierten ihm wichtige Amtsträger zu seiner Leistung. Kristalina Georgieva sagte beispielsweise, er würde „mit dem Herzen sprechen“ und bescheinigte ihm einen überzeugenden Auftritt.
Watching @eu_echo Commissioner-designate C. #Stylianides speaking from the heart! Strong &convincing #EPhearings2014 pic.twitter.com/P1sgCkGL4a
— Kristalina Georgieva (@KGeorgievaEU) 30. September 2014