Tschechische Bauern wehren sich gegen falsche Herkunftsangaben
Tschechische Landwirtschaftsverbände fordern strengere Regeln zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Sie haben sich einer europaweiten Initiative angeschlossen, um irreführende Etiketten zu verhindern.
Tschechische Landwirtschaftsverbände fordern strengere Regeln zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Sie haben sich einer europaweiten Initiative angeschlossen, um irreführende Etiketten zu verhindern.
Prag – Die Kampagne zielt darauf ab, irreführende Lebensmittelkennzeichnungen zu unterbinden. Laut den landwirtschaftlichen Organisationen werden importierte Produkte in der EU häufig mit Etiketten verkauft, die suggerieren, dass sie aus anderen, oft vertrauenswürdigeren europäischen Ländern stammen.
„Europäische Verbraucher, einschließlich der tschechischen, haben das Recht zu wissen, woher alle Produkte auf dem gemeinsamen europäischen Markt stammen“, sagte Jan Doležal, Präsident der tschechischen Agrarkammer.
„In Europa haben wir sehr strenge Standards, die es uns ermöglichen, hohe Qualität und Lebensmittelsicherheit zu garantieren. Durch die Verschleierung des tatsächlichen Herkunftslandes werden Verbraucher getäuscht“, fügte er hinzu.
Tschechische Landwirte argumentieren, dass irreführende Kennzeichnungen nicht nur die Verbraucher schädigen, sondern auch für lokale Produzenten eine unfaire Konkurrenz darstellen, da sie strenge EU-Standards einhalten müssen.
Die Kampagne, die offiziell als Europäische Bürgerinitiative gemäß den EU-Vorschriften eingestuft ist, wird von der italienischen Organisation Coldiretti in Zusammenarbeit mit Gruppen aus Mitteleuropa, darunter auch tschechische Landwirtschaftsverbände, geleitet.
Derzeit verlangen die EU-Vorschriften nur die Angabe des letzten Verarbeitungsschrittes, wie etwa das Umpacken, was oft wenig mit dem ursprünglichen Herstellungsland zu tun hat. Landwirte kritisieren, dass diese Lücke es ermögliche, nicht-europäische Importe auf den europäischen Markt zu bringen, ohne ihre wahre Herkunft offenzulegen – sodass Verbraucher im Unklaren gelassen werden.
„Billige Importe aus Nicht-EU-Staaten, wie der Ukraine oder südamerikanischen Staaten im Rahmen des Mercosur-Abkommens, setzen europäische Landwirte zunehmend unter Druck. Wenn die Menschen wissen wollen, was sie wirklich kaufen, muss die Lebensmittelkennzeichnung klar und fair sein“, sagte Martin Pýcha, Präsident des tschechischen Landwirtschaftsverbandes.
Er betonte, dass europäische Landwirte aufgrund strenger Vorschriften hohe Produktionskosten haben, während ausländische Importe oft aus Regionen mit niedrigeren Standards und geringeren Kosten stammen. „Die Verbraucher haben heute eine enorme Macht – wenn sie hochwertige, fair gekennzeichnete und nachhaltig produzierte europäische Lebensmittel fordern, wird sich der Markt anpassen müssen“, sagte Pýcha.