Tschechische Wissenschaftler prangern zunehmenden Antisemitismus an Unis an
Vertreter von mehr als dreißig tschechischen Universitäten haben Behörden und wissenschaftliche Führungspersönlichkeiten aufgefordert, den zunehmenden Antisemitismus im universitären Bereich zu bekämpfen.
Vertreter von mehr als dreißig tschechischen Universitäten haben Behörden und wissenschaftliche Führungspersönlichkeiten aufgefordert, den zunehmenden Antisemitismus im universitären Bereich zu bekämpfen.
„Viele Studenten unserer Universitäten sind ebenfalls an diesen Aktivitäten beteiligt“, heißt es in dem Schreiben, das ČTK, eine tschechische Presseagentur, einsehen konnte.
Der Aufruf richtet sich unter anderem gegen das Abreißen von Plakaten, die an die Opfer der Entführungen vom 7. Oktober erinnern und den Angriff der Hamas-Terroristen auf Israel anprangern.
In dem Schreiben werden zudem antijüdische Parolen und Aufrufe zum Völkermord an jüdischen Bürgern verurteilt, die mutmaßlich auf pro-palästinensischen Demonstrationen in Tschechien und in den sozialen Medien zu hören waren.
In ihrem Appell lehnen die Verfasser die passive Akzeptanz von Hassreden ab und betonen, dass diese nicht als Redefreiheit oder akademischer Dialog getarnt werden dürfe.
„Wir fordern alle zuständigen Institutionen und die Leiter von Schulen, Fakultäten und Fachbereichen auf, die Verbreitung von vorurteilsbehaftetem Hass, der oft als Antizionismus oder Kritik am Kapitalismus oder Kolonialismus getarnt ist, nicht zuzulassen. Natürlich gehen wir davon aus, dass sie in gleicher Weise gegen jegliche Äußerungen von Intoleranz gegenüber jedermann vorgehen werden“, heißt es in dem Text.
Darüber hinaus wird in dem Aufruf vor einer Wiederholung der Geschichte gewarnt und auf die Reichspogromnacht in Nazi-Deutschland im Jahr 1938 verwiesen, in der Synagogen, jüdische Geschäfte und Betriebe angegriffen wurden.
Im Zuge des Konflikts zwischen Israel und Hamas haben die Fälle von Antisemitismus in ganz Europa zugenommen. Human Rights Watch vermeldete auch eine Zunahme muslimfeindlicher Vorfälle, merkte jedoch an, dass öffentliche Stellen hierzu kaum Daten veröffentlichten.
Die Hamas war am 7. Oktober in den Süden Israels eingedrungen und hatte dabei mehr als 1.000 Menschen, vor allem Zivilisten, getötet und mehr als 200 weitere in den Gaza-Streifen entführt.
Israel antwortete mit der Bombardierung des Gazastreifens und einer Bodenoperation in den von den Palästinensern gehaltenen Gebieten. Nach Angaben palästinensischer Behörden haben die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen mehr als 11.000 Menschen das Leben gekostet, darunter viele Zivilisten.