Tschechischer Geheimdienst deckt neue russische Desinformationskampagne auf
Russland soll Erkenntnissen des tschechischen Sicherheitsinformationsdienstes (BIS) zufolge die Verbreitung von Desinformationen in Tschechien direkt koordiniert und Persönlichkeiten im Land bestochen haben, um russische Narrative zum Krieg in der Ukraine zu verbreiten.
Russland soll Erkenntnissen des tschechischen Sicherheitsinformationsdienstes (BIS) zufolge die Verbreitung von Desinformationen in Tschechien direkt koordiniert und Persönlichkeiten im Land bestochen haben, um russische Narrative zum Krieg in der Ukraine zu verbreiten.
„Im jüngsten Fall hat der BIS aufgedeckt, dass ein langjähriger russischer Agent in der Tschechischen Republik Personen Bestechungsgelder von mehreren Tausend Euro geboten hat, um die Verbreitung von Narrativen zu fördern, die die Interessen der Russischen Föderation im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine unterstützen“, erklärte der Leiter des Informationsdiensted, Michal Koudelka, am Montag (25. September) vor dem tschechischen Parlament.
Dabei seien gezielt Personen des öffentlichen Lebens genutzt worden.
Koudelka erklärte unter anderem, dass prorussische Organisationen versucht hätten, direkten Kontakt mit einem der Organisatoren von regierungskritischen Demonstrationen im Herbst 2022 aufzunehmen.
Direkte russische Einmischung wurde von der BIS bereits vor den tschechischen Präsidentschaftswahlen im Januar 2023 aufgedeckt, als die russische Nachrichtenagentur Sputnik ein gefälschtes Video des damaligen Kandidaten Petr Pavel veröffentlichte, in dem er sagte, dass sich Tschechien in den Ukrainekrieg einmischen sollte.
Der BIS nahm auch russische Einflussnahme auf die Medien in den Blick.
„Schon vor dem Krieg in der Ukraine wurden die Aktivitäten eines pro-russischen Aktivisten aufgedeckt, der ausgewählte tschechische Journalisten benutzte, mehrere Auslandsreisen finanzierte und wollte, dass die Journalisten Material erstellen, das die russische Seite unterstützt“, sagte Koudelka.
Trotz der Beispiele für direkte russische Einmischung kommen laut Koudelka russische Narrative und Desinformationen in Tschechien nur am Rande der öffentlichen Debatte vor.