Ukraine bittet Bulgarien um schwere Waffen
Die Ukraine hat die bulgarische Regierung gebeten, das Land mit schweren Waffen zu beliefern, um der russischen Offensive im Donbass zu begegnen. Dies geht aus einer diplomatischen Note hervor, die der ukrainische Botschafter in Bulgarien am Freitag geschickt hatte.
Die Ukraine hat die bulgarische Regierung gebeten, das Land mit schweren Waffen zu beliefern, um der russischen Offensive im Donbass zu begegnen. Dies geht aus einer diplomatischen Note hervor, die der ukrainische Botschafter in Bulgarien Vitaly Moskalenko am Freitag geschickt hatte und die am Montag veröffentlicht wurde.
Die Ukraine hatte Anfang Mai erklärt, sie benötige keine bulgarischen Waffen und bat das Land lediglich um die Reparatur von Panzern in bulgarischen Militärbetrieben.
Die Situation in der Ukraine habe sich seit dem allerdings weiter zugespitzt, weshalb das Land dringend spezifische Waffen benötige – Haubitzen, Mörser und Raketensysteme, so Moskalenko.
„Jetzt ist die Zeit, in der wir die Waffen brauchen, die Bulgarien hat“, sagte Moskalenko gegenüber bTV. „Bulgarien hat etwa 140 schwere Haubitzen, ebenso viele Mörser und Raketensysteme“, sagte er.
Vor einem Monat, nach heftigen Spannungen in der Regierungskoalition, beschloss das Parlament, dass Bulgarien der Ukraine bei der Reparatur von Waffen helfen werde, und erteilte der Regierung das Mandat, Kyjiw militärisch-technische Hilfe zu leisten, was die Reparatur ukrainischer Panzer umfasst, aber keine Waffen- und Munitionslieferungen zulässt.
„Die Ukrainer nehmen Bulgarien als ein freundliches Land wahr, das Hilfe leistet. Aber es gibt immer ein „Aber“, sagte Moskalenko. „Derzeit erleben wir sehr schwere Kämpfe im Donbass, wo die russische Artillerie die ukrainische Artillerie um das 20-fache übertrifft“, fügte er hinzu.
Bulgarien schickt keine Waffen direkt in die Ukraine. Inoffiziell sind bulgarische Militärbetriebe jedoch ein wichtiger Lieferant von Munition für die ukrainische Armee. Die Geschäfte werden über Zwischenhändler abgewickelt.
Obwohl die Regierungspartei „Der Wandel geht weiter“ erklärt hatte, dass mehr Informationen über das Ersuchen der Ukraine benötigt werden, bevor Maßnahmen ergriffen werden können, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin sowie Vorsitzende der pro-russischen Bulgarischen Sozialistischen Partei, Cornelia Ninova, dass sie das Ersuchen der Ukraine ablehne.
Ninova verwies auf den Beschluss des Parlaments, dass Bulgarien der Ukraine bei der Betreuung von Flüchtlingen, der Unterstützung der EU-Mitgliedschaft und der Reparatur von militärischer Ausrüstung helfen werde.
Das Ansuchen der Ukraine hat allerdings auch harsche Kritik in der Opposition auf den Tag gerufen.
Der Vorsitzende der pro-russischen nationalistischen Partei Vazrazhdane (Wiedergeburt), Kostadin Kostadinov, hat offen erklärt, dass „das Verhalten des ukrainischen Botschafters eine Unverschämtheit ist“ und der Diplomat zur Persona non grata erklärt und aus Bulgarien ausgewiesen werden müsse.