Ukraines Präsident sieht Sieg in Slawjansk als Wendepunkt
Die ukrainischen Streitkräfte haben die Rebellenhochburg Slawjansk im Osten des Landes zurückerobert und die gelb-blaue Flagge des Landes über dem Rathaus der Stadt gehisst. Präsident Petro Poroschenko sprach von einem Wendepunkt im Kampf zur Erhaltung der territorialen Integrität des Landes.
Die ukrainischen Streitkräfte haben die Rebellenhochburg Slawjansk im Osten des Landes zurückerobert und die gelb-blaue Flagge des Landes über dem Rathaus der Stadt gehisst. Präsident Petro Poroschenko sprach von einem Wendepunkt im Kampf zur Erhaltung der territorialen Integrität des Landes.
Slawjansk sei voll und ganz unter ihrer Kontrolle, sagten Vertreter der Sicherheitskräfte am Sonntag. Petro Poroshenko sprach am Samstagabend in einer Fernsehansprache von einem Wendepunkt, allerdings bedeute Slawjansk noch nicht den Sieg über die Separatisten. „Es stehen noch weitere Prüfungen bevor“, warnte Poroschenko.
Ein Vertreter des Kommandostabes der Militäraktion sagte, in Slawjansk habe der Wiederaufbau der Infrastruktur begonnen, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu sichern. Viele der Separatisten hätten sich ergeben und den Sicherheitskräften Waffenverstecke genannt. Andere seien aber auch aus Slawjansk und dem nahegelegenen Kramatorsk nach Donezk geflohen, wo sie die erste „Volksrepublik“ ausgerufen hatten.
Der Separatisten-Anführer Alexander Borodai hatte erklärt, die Rebellen würden sich auf vorbereitete Positionen zurückziehen. Im Umfeld der Kämpfer wurde der Rückzug mit einer drückenden Überlegenheit der Armee bei Slawjansk begründet. In den seit drei Monaten anhaltenden und nur von kurzen Feuerpausen unterbrochenen Kämpfen kamen mehr als 200 ukrainische Soldaten sowie Hunderte Rebellen und Zivilisten ums Leben.
Die Separatisten wollten eine Loslösung der östlichen Landesteile von der Ukraine und bekamen Aufwind nach dem Anschluss der Halbinsel Krim an Russland. Sie erklärten Teile der Ostukraine zu „unabhängigen Volksrepubliken“. Der Westen warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, die Separatisten zu unterstützen und sogar einen militärischen Einmarsch zu planen. Sie drohen Russland deswegen mit Wirtschaftssanktionen. Vor allem Deutschland und Frankreich bemühten sich in den vergangenen Tagen, eine politische Lösung zu finden und dafür eine Gesprächsebene zu schaffen. Wie es mit den eigentlich für Samstag geplanten Verhandlungen über eine neue Feuerpause und einen Friedensplan weitergeht, war nach dem Sieg der Armee in Slawjansk offen.