Ukrainischer Getreidezustrom: Rumänien kritisiert EU-Hilfen als zu niedrig
Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Hilfen für rumänische Landwirte, die mit dem Zufluss von Getreide aus der Ukraine zu kämpfen haben, sind aus Sicht des rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis zu niedrig.
Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Hilfen für rumänische Landwirte, die mit dem Zufluss von Getreide aus der Ukraine zu kämpfen haben, sind aus Sicht des rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis zu niedrig.
Rumänien hat zusammen mit Bulgarien und Polen den Transport von ukrainischem Getreide über die von der EU eingerichteten sogenannten Solidaritätskorridore erleichtert, obwohl die Landwirte vor Ort Mühe hatten, mit dem zollfreien Getreide zu konkurrieren, das in der EU ankommt.
Um die Verluste auszugleichen, hatte die EU-Kommission Anfang der Woche vorgeschlagen, Rumänien zehn Millionen Euro aus der Krisenreserve der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu gewähren.
Der Betrag ist jedoch weit entfernt von den 200 Millionen Euro, die die Landwirte fordern, und bleibt außerdem deutlich hinter den 29,5 Millionen Euro beziehungsweise 16 Millionen Euro zurück, die Polen und Bulgarien zugewiesen werden sollen.
Angesichts der „riesigen Opfer“, die Rumänien gebracht habe, um ukrainischen Getreideexporten in die EU zu helfen, sei das sehr wenig, so Iohannis weiter.
„Es ist bedauerlich, dass solche ultra-bürokratischen Ansätze den guten Willen der Europäischen Kommission infrage stellen“, sagte Iohannis und fügte hinzu, dass die Kommission ihre Berechnung auf Daten des Landwirtschaftsministeriums stütze, aber mit niemandem im Land über die Beträge verhandelt habe.
Die Kommission hatte argumentiert, dass in Rumänien aufgrund der trockenen und heißen Wetterlage im vergangenen Jahr die ukrainischen Importe Ernteausfälle heimischer Produzenten ersetzt hätten und somit kein Überschuss an Getreide auf dem Markt vorhanden gewesen sei.
Iohannis bat die Kommission, die Situation zu überprüfen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte, ihr Büro werde die Zahlen für Rumänien nochmals überprüfen.
Der Vorschlag der Kommission wird von den EU-Agrarministern erörtert und auf der Sitzung des Ausschusses für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte am 30. März zur Abstimmung gebracht.