Umfrage: Nur ein Prozent der britischen Vorstände will EU-Austritt
Beinahe kein Brite auf der Vorstandsebene hält einen EU-Austritt seines Landes für eine gute Idee, zeigt eine Umfrage. EURACTIV Brüssel berichtet.
Beinahe kein Brite auf der Vorstandsebene hält einen EU-Austritt seines Landes für eine gute Idee, zeigt eine Umfrage. EURACTIV Brüssel berichtet.
Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos-Mori zufolge wollen nur ein Prozent der befragten Geschäftsführer und Unternehmens-Vorsitzenden den „Brexit“ – also den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs.
45 Prozent sind mit der derzeitigen Regelung zufrieden. Weitere 45 Prozent bevorzugen eine Reform der britischen EU-Beziehungen.
Als größter Vorteil gilt ihnen der freie Handel mit anderen EU-Ländern. Ein Drittel der Befragten gab an, dass die Freizügigkeit die Personalsuche einfacher macht, da es keine Visaeinschränkungen für EU-Bürger gibt.
Der Umfang der Bestimmungen ist für 52 Prozent der Befragten der größte Nachteil der EU. Sogar 55 Prozent gaben an, dass die Veränderungen dieser Bestimmungen der größte EU-Nachteil sind.
Für 79 Prozent ist der Regulierungsgrad von Seiten der EU und des Vereinigten Königreichs schädlich für die britische Wirtschaft.
Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) führte die Konjunkturaussichten der EU als Sorge für ihr Unternehmen auf.
Für 24 Prozent muss die Beschäftigungsgesetzgebung vereinfacht werden, was allerdings keine EU-Kompetenz ist. Andere Vorschläge sind mehr Harmonisierung zwischen den Bestimmungen des Vereinigten Königreichs und der EU (elf Prozent), weniger Rechtsvorschriften (acht Prozent) und eine Verringerung der Steuervorschriften (sieben Prozent).
Die britischen Wirtschaftsführer nehmen die EU positiver wahr als die britische Öffentlichkeit. Laut Umfragen wollen 17 Prozent aller Briten den EU-Austritt. Gleichzeitig wollen aber nur fünf Prozent der Führungskräfte in der Wirtschaft engere Beziehungen zur EU, während 14 Prozent der Öffentlichkeit diesen Schritt befürworten würden.
Top-Manager sprechen sich in zunehmendem Maße für einen EU-Verbleib des Landes aus. Im vergangenen Monat erklärte der der Präsident von Goldman Sachs, dass das Vereinigte Königreich in der EU bleiben “muss“. Auch Stuart Rose, Vorsitzender von Ocado, sagte in dieser Woche, dass ein EU-Austritt „falsch“ wäre. „Aber es ist sehr wohl legitim, einige der Bedingungen neu zu verhandeln, was meiner Meinung nach möglicherweise passiert“, sagte Rose bei einer Paneldiskussion. „Wäre ich unglücklich, wenn wir austreten würden? Ja. Denke ich, dass es schlecht für Großbritannien wäre? Ja.“
Bei der Umfrage wurden 108 Geschäftsführer und Vorsitzende der 500 größten britischen Unternehmen befragt.