Umwelthauptstadt Europas: Hamburg zieht Bilanz
Seit 2010 fährt die Hamburger S-Bahn mit Ökostrom. Der Verbrauch an Heizenergie ist in der Hansestadt seit 1990 um 40 Prozent gesunken. Auch nach einem Jahr als "Umwelthauptstadt Europas" soll die grüne Revolution in Hamburg weitergehen.
Seit 2010 fährt die Hamburger S-Bahn mit Ökostrom. Der Verbrauch an Heizenergie ist in der Hansestadt seit 1990 um 40 Prozent gesunken. Auch nach einem Jahr als „Umwelthauptstadt Europas“ soll die grüne Revolution in Hamburg weitergehen.
Hamburg gibt am Jahresende seinen Titel als Europas Umwelthauptstadt ab. Die Verwantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. "Die Elbmetropole hat eindrucksvoll demonstriert, mit welchen Maßnahmen sie den sinkenden CO2-Ausstoß im Stadtgebiet erzielt", heißt es am Donnerstag in einer Erklärung der Hamburg Marketing GmbH. Hamburg habe als Vorbild und Botschafter für städtischen Umwelt- und Klimaschutz Maßstäbe gesetzt. EU-Kommissar Janez Poto?nik erklärte: "Hamburg ist und bleibt auch in Zukunft ein Wegbereiter und Vorbild für andere Umwelthauptstädte Europas." 2012 geht der Titel European Green Capital an Vitoria-Gasteiz in Spanien, 2013 an Nantes in Frankreich.
Bürgermeister Scholz fordert Pragmatismus
Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kommentierte, die Stadt habe 2011 die Voraussetzungen für die Energiewende geschaffen. "Im Schulterschluss mit den Energieversorgern garantiert der Senat eine sichere und Klima schonende Energieversorgung." Auch in Zukunft werde Hamburg die Herausforderungen von Umwelt- und Klimaschutz angehen. Das gelte unter anderem für den Wohnungsbau und für die Entwicklung der Elektro-Mobilität sowie den Ausbau des Hamburger Bussystems zum modernsten in Europa. Scholz gibt sich pragmatisch. Es gehe nicht darum, "ideologisch motivierte Pläne" zu verfolgen, "die nicht funktionieren und keine Verbesserung für das Klima bringen". Er sei Anhänger eines "ingenieurgetriebenen Umweltschutzes". "Mein Ziel ist es, real etwas in der Welt zu ändern – ob es die Dämmung von Gebäuden ist oder die Reduzierung von Ressourcenverbrauch und CO2-Belastung."
Heizenergieverbrauch sinkt
Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Emissionen im Stadtgebiet bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu senken – durch nachhaltiges Wirtschaften und Bauen, umweltfreundlichen Verkehr, Naturschutz, nachhaltigen Konsum und Bildungsprogramme. Bis 2050 wird eine 80-prozentige Reduktion angestrebt.
Erste Erfolge vermeldet Hamburg bereits heute. 2011 verdoppelte der Ökostrom-Anbieter Hamburg Energie seine Kundenzahl auf 45.000. Die Hamburger S-Bahn fährt seit 2010 mit Ökostrom. Nach Angaben des Hamburger Senats ist der Verbrauch von Heizenenergie durch energetische Fassadenmodernisierungen, Erneuerungen von Heizsystemen und die Nutzung regenerativer Energien deutlich gesunken, um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990.
Modell HafenCity
Zukunftsfähig sei Hamburg auch im Städtebau, heißt es von Seiten des Senats. Das Waterfront Projekt HafenCity Hamburg gelte international als "das Modell für nachhaltige Stadtentwicklung schlechthin". Als ein Anreiz für umweltfreundliches Bauen habe die HafenCity Hamburg GmbH zum Beispiel das bundesweit erste Umweltsiegel für Gebäude entwickelt, das neben niedrigem Energiebedarf die Verwendung umweltschonender Baustoffe und einem nachhaltigen Gebäudebetrieb zu wichtigen Kriterien der Zertifizierung gemacht hat.
Hintergrund
Mit dem Titel "Umwelthauptstadt Europas" (European Green Capital Award) zeichnet die EU-Kommission seit 2010 Städte aus, denen es in besonderer Weise gelungen ist, Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum mit einer verbesserten Lebensqualität ihrer Einwohner zu verbinden. Die Auszeichnung wird jährlich einer Stadt – nicht notwendigerweise einer Hauptstadt – mit mehr als 200.000 Einwohnern verliehen.
Red.
Hinweis: Informationen, Interviews und Standpunkte zur europäischen Stadtentwicklung finden Sie im EURACTIV.de-YellowPaper "Stadt der Zukunft".
Mehr zum Thema finden Sie außerdem im EURACTIV.de-LinkDossier:
"Europäische Stadtpolitik
Links
Hamburg: Hamburg Umwelthauptstadt Europas 2011: der Titel geht – Erfolge und ambitionierte Ziele bleiben. Pressemitteilung (21. Dezember 2011)
Umwelthauptstadt Europas (EGCA): Internetseite
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