UN-Bericht verlangt Ende des Klimagas-Ausstoßes bis 2100

Der UN-Weltklimarat hält die Erwärmung der Erde bei einem völligen Stopp des Treibhausgas-Ausstoßes bis 2100 noch für beherrschbar.

Euractiv.de
Foto: dpa
Foto: dpa

Der UN-Weltklimarat hält die Erwärmung der Erde bei einem völligen Stopp des Treibhausgas-Ausstoßes bis 2100 noch für beherrschbar.

„Es ist noch Zeit, aber sehr wenig“, sagte der Chef des Klimarats IPCC, Rajendra Pachauri, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters bei der Vorlage des neuen Klimaberichts. Wenn Kohlendioxid- und andere Treibhausgas-Emissionen in den nächsten 90 Jahren auf nahe Null gedrückt würden, sei die globale Erwärmung auf etwa zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen und verursache noch tragbare Kosten, heißt es in dem Bericht. Er dient als Grundlage für die Weltklimakonferenz Ende November in Peru. Diese soll wiederum den Weg für das entscheidende Treffen ein Jahr später in Paris ebnen, wo sich die Weltgemeinschaft auf einen umfassenden Klimavertrag einigen will.

Die nun vorgestellte 40-seitige Synthese fasst die Erkenntnisse von drei vorherigen, detaillierten Berichten des IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change) aus den vergangenen zwölf Monaten zusammen. Seit 2010 arbeiteten mehr als dreitausend Experten aus mehr als 70 Ländern daran, darunter mehr als 100 aus Deutschland. Der Bericht bestätigt erneut, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent der Klimawandel vom Menschen gemacht ist.

„Der Kampf gegen den Klimawandel ist bezahlbar, wir sind aber nicht auf dem richtigen Weg“, sagte der Chef-Ökonom des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer. Edenhofer war führend an den letzten IPCC-Berichten beteiligt.

Ohne einschneidende Reaktionen werde das Risiko erheblich steigen, dass es durch die Erwärmung am Ende des 21. Jahrhunderts zu schwerwiegenden und unumkehrbaren Folgen für die Umwelt komme, heißt es im Bericht weiter. Damit ist etwa das komplette Abschmelzen der Grönland-Gletscher mit einem Anstieg des Meeresspiegels und großflächigen Überschwemmungen der Küstenregionen gemeint.