Unabhängigkeit: Kosovo könnte erst der Anfang sein [DE]
Die anhaltenden Gespräche über die Unabhängigkeit des Kosovos von Serbien könnten separatistischen Bewegungen in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken als Beispiel dienen.
Die anhaltenden Gespräche über die Unabhängigkeit des Kosovos von Serbien könnten separatistischen Bewegungen in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken als Beispiel dienen.
Der erste Tag des viertägigen Treffens über die Zukunft des Kosovo, einer noch zu Serbien angehörenden Region, wurde in Wien am 4. Mai ohne Ergebnisse beendet. Der Verhandlungsprozess wird vom ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari geleitet und bringt Vertreter des Kosovo, dessen Bevölkerung zu 90 % aus Albanern besteht, welche sich für die Unabhängigkeit von Serbien einsetzen, und die Führer der pro-serbischen Minderheit, zusammen. Die Gespräche haben bereits im Februar begonnen. „Die Differenzen sind groß“, sagte Kosovos stellvertretende Premierminister Lutfi Haziri nach den Gesprächen.
Derweil könnte die voraussichtliche Unabhängigkeit des Kosovos von Serbien zum Präzedenzfall für andere ehemalige Sowjetrepubliken, wie beispielsweise Aserbaidschan, Georgien und Moldawien, werden.
Laut von Reuters zitierter Analysten, könnten andere ehemalige Sowjetrepubliken, nachdem der Kosovo seine Unabhängigkeit erreicht habe, versuchen diesem Beispiel zu folgen. Derartige Bemühungen könnten beim russischen Präsidenten Vladimir Putin Unterstützung finden, welcher Anfang des Jahres gesagt hatte, dass man auch den Aserbaidschanern und den Menschen aus Süd-Ossetien die Unabhängigkeit zugestehen müsse, wenn man dem Kosovo volle Unabhängigkeit geben könne. Analysten gehen davon aus, das Moskau hierbei ein doppeltes Ziel verfolge: Zum den Separatismus von Russland fern zu halten und zum anderen auf diese Weise die pro-westlichen Staaten Georgien und Moldawien von innen her zu schwächen.