Ungarischer Oppositionsführer sieht Cyberangriff hinter Datenleck

Péter Magyar warf Russland zudem vor, die Angriffe gesteuert zu haben, um Orbán an der Macht zu halten.

AFP
Peter Magyar, ungarischer Oppositionsführer und Vorsitzender der Tisza-Partei. [Photo by Balint Szentgallay/NurPhoto via Getty Images]

Der ungarische Oppositionsführer und Europaabgeordnete Péter Magyar hat am Montag erklärt, ein „böswilliger“ Cyberangriff stehe hinter einem „massiven“ Leak persönlicher Daten von Unterstützern seiner Partei. 

Magyars Partei TISZA gilt derzeit als Herausforderung für den nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der seit 15 Jahren regiert. Laut Umfragen liegt TISZA vor den für April 2026 erwarteten Parlamentswahlen in Führung.

Erstmals berichtet hatten regierungsnahe Medien am Wochenende. Demnach seien die Daten von rund 200.000 Nutzern der TISZA-Mobil-App, darunter auch Wohnadressen, im Internet veröffentlicht worden.

Die Partei selbst sprach von einem „massiven“ Datenleck, ohne nähere Angaben zu machen. Die Datenbank war demnach nur kurzzeitig online, bevor sie wieder entfernt wurde.

„Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um ein Datenleck, sondern um einen böswilligen Angriff“, sagte Magyar in einem Facebook-Video. Er warf der „verängstigten“ Regierung vor, für die Veröffentlichung der persönlichen Daten verantwortlich zu sein. Die IT-Systeme seiner Partei seien seit Monaten „ständigen Angriffen“ ausgesetzt.

„Wir konnten die meisten dieser Angriffe abwehren, obwohl unsere Sicherheitsexperten es mit internationalen Netzwerken zu tun haben, die ein Interesse daran haben, die Orbán-Regierung an der Macht zu halten“, so Magyar weiter.

Bereits am Vortag hatte er Russland beschuldigt, hinter den Attacken zu stecken, um Orbán – „ihren wichtigsten EU-Verbündeten“ – im Amt zu halten. Orbán pflegt trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine enge Beziehungen zum Kreml.

Der Oppositionsführer vermutet, Ziel der Veröffentlichung sei es gewesen, Unterstützer einzuschüchtern und die bevorstehenden internen Vorwahlen der TISZA-Partei zu verhindern, die über die App abgewickelt werden sollten.

Die Abstimmung werde dennoch stattfinden – über eine andere Website später in diesem Monat, kündigte er an.

Die Regierung reagierte mit scharfer Kritik: Der „Skandal“ zeige die Verantwortungslosigkeit von TISZA, schrieb Orbáns Stabchef Gergely Gulyás auf Facebook. „So wie sie mit den Daten der Menschen umgehen, so würden sie auch das Land behandeln.“

Online-Angriffe auf Orbán-Kritiker sind kein Novum: Bereits 2021 war die erste gemeinsame Vorwahl der Opposition in Ungarn am Eröffnungstag wegen eines Cyberangriffs vorübergehend ausgesetzt worden. Laut den Organisatoren stammte der Angriff „höchstwahrscheinlich aus dem Ausland“.

*Diese Meldung wurde maschinell aus dem Englischen übersetzt.

(jl)