US-Lieferungen sinken: EU importiert mehr Gas aus Russland

Die EU importierte zwischen April und Juli deutlich mehr Gas aus Russland als die USA. Damit fließt zum zweiten Quartal in Folge mehr Geld für Gas in Richtung Kreml.

EURACTIV.com
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Europäische Versorgungsunternehmen haben sagenhafte zehn Milliarden Euro an das staatliche Unternehmen Gazprom gezahlt – Geld, das direkt in die Kassen des Kremls fließt. [Shutterstock/hodim]

Die EU importierte zwischen April und Juli deutlich mehr Gas aus Russland als den USA. Damit fließt zum zweiten Quartal in Folge mehr Geld für Gas in Richtung Kreml.

Im zweiten Quartal 2024 importierte die EU 13 Milliarden Kubikmeter russisches Gas – wie auch im Quartal davor. Unterdessen sind die vierteljährlichen Importe von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA auf 9,5 Milliarden Kubikmeter gesunken und liegen dadurch mit insgesamt 22 Milliarden Kubikmetern in diesem Jahr hinter den Importen aus Russland, wie aus Daten des Brüsseler Think-Tanks Bruegel hervorgeht.

Bei einem Gashandel von rund 40 Euro pro Megawattstunde (MWh) lassen die Mengen darauf schließen, dass europäische Versorgungsunternehmen sagenhafte zehn Milliarden Euro an das staatliche Unternehmen Gazprom gezahlt haben – Geld, das direkt in die Kassen des Kremls fließt.

„Die Gesamtimporte sind rückläufig und flexibles US-amerikanisches Flüssigerdgas wird an den Rand gedrängt“, sagt Ben McWilliams, Associate Fellow des Think-Tanks.

Norwegen bleibt mit einem Volumen von 21 Milliarden Kubikmetern im zweiten Quartal der größte Erdgaslieferant der EU, während Russland seinen zweiten Platz festigt.

Die EU hat nach der Invasion der Ukraine durch Russland die Gasimporte noch nicht in ihrem Sanktionsregime einbezogen und sich bisher nur auf ein Verbot der Umverpackung von russischem Flüssigerdgas in europäischen Häfen beschränkt.

Frühere Versuche, das Thema auf politischer Ebene anzusprechen, sind gescheitert. Die EU-Gasimporte werden auf der Tagesordnung eines Treffens der Energieminister am 15. Oktober stehen. Ebenfalls zur Sprache kommen werden die Vorbereitungen auf den Winter, da die Lieferungen über die Ukraine voraussichtlich unterbrochen sind.

Inzwischen sind die Gasspeicher der EU zu 94 Prozent gefüllt und übertreffen damit die gesetzlichen Speicherverpflichtungen.

[Bearbeitet von Owen Morgan/Kjeld Neubert]