USA setzt Schottland unter Druck "Lockerbie-Bomber" nicht freizulassen [DE]
US-Außenministerin Hilary Clinton bestand darauf, dass es "völlig falsch" wäre, wenn die Schottische Regierung Abdelbaset Ali al-Megrahi, einen Libyer der für das Laden einer Bombe in einer Beoing 747 Maschine im Jahr 1988 verurteilt wurde, entlassen würde. Bei dem Anschlag starben 270 Menschen.
US-Außenministerin Hilary Clinton bestand darauf, dass es „völlig falsch“ wäre, wenn die Schottische Regierung Abdelbaset Ali al-Megrahi, einen Libyer der für das Laden einer Bombe in einer Beoing 747 Maschine im Jahr 1988 verurteilt wurde, entlassen würde. Bei dem Anschlag starben 270 Menschen.
“Ich denke einfach nur, dass es absolut falsch ist, jemanden zu entlassen, der offensichtlich im Gefängnis war aufgrund seiner Beteiligung an einem solch schrecklichen Verbrechen“, sagte Hillary Clinton in einem heute (19. August 2009) veröffentlichten Pressebericht.
Die US-Außenministerin machte diese “uncharakteristischen und undiplomatischen” Bemerkungen, als ein BBC-Korrespondent in Washington sie anrief, nachdem ein schottisches Gericht Megrahi erlaubt hatte, seine Anfechtungsklage fallen zu lassen, was ihm den Weg für seine mögliche Rückkehr nach Libyen aus humanitären Gründen eröffnet. Megrahi wird nach gesagt, dass er an Prostatakrebs sterben werde.
Etwa 198 Amerikaner waren unter den Getöteten der Lockerbie-Katastrophe.
“Ich kannte viele dieser Familien. Ich sprach mit ihnen darüber, welches Grauen sie erfuhren“, sagte Clinton.
Über Familienmitglieder wird berichtet, sie seien über die mögliche Freilassung Megrahis gespalten. Manche scheinen sogar, seine Schuld anzuzweifeln. Professor Robert Black von der Universität Edinburgh, der ein besonderes Interesse an dem Lockerbie-Fall hat, sowie ein weiterer hoch angesehener internationaler Jurist, Dr. Hans Köchler, UN-Beobachter des Lockerbie-Prozesses, haben die Ansicht geäußert, dass das Gericht Megrahi unter politischem Druck von Washington und London und mit geringen und zweifelhaften Beweisen verurteilt hätte.
Tatsächlich hätte eine Neuverhandlung, wie Megrahi sie gefordert hatte, den libyschen Staatsangehörigen entlasten können und westliche Hauptstädte bloß stellen können, deuteten die beiden Experten an.
Laut einem vor Jahren im Guardian veröffentlichten investigativen Artikel vom Journalisten Paul Foot, der inzwischen verstorben ist, war Libyen nicht für das Lockerbie-Attentat verantwortlich.
Foot behauptet, dass im April 1989 der damalige US-Präsident George Bush senior die britische Premierministerin Margaret Thatcher gebeten habe, nicht mit der Untersuchung der syrischen Spur fortzufahren. Er argumentiert, dass zu dieser Zeit die US- und die britischen Streitkräfte sich für einen Anschlag auf Saddam Husseins‘ Besatzungskräfte in Kuwait vorbereiteten. Ihre Koalition brauchte unbedingt Truppen aus Syrien deswegen wurde Libyen als der Täter ausgesondert.