Verteidigungsminister Pistorius rechnet mit einer Entscheidung zum FCAS „in dieser Woche“
Laut Pistorius liegt die Entscheidung bei Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die beide Ende dieser Woche an einem EU-Gipfel auf Zypern teilnehmen werden.
Der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius, erwartet „diese Woche“ eine Entscheidung darüber, wie es mit dem ins Stocken geratenen europäischen Kampfflugzeugprojekt FCAS weitergehen soll.
Beim Future Combat Air System (FCAS) sind seit Monaten keine Fortschritte zu verzeichnen, was auf Streitigkeiten zwischen deutschen und französischen Unternehmen sowie auf Spannungen auf politischer Ebene zurückzuführen ist.
„Ich erwarte, dass diese Woche eine Entscheidung darüber getroffen wird, wie es weitergehen soll“, sagte Pistorius am Mittwoch gegenüber Reportern. Ihm zufolge liegt die Entscheidung bei Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die beide Ende dieser Woche an einem EU-Gipfel auf Zypern teilnehmen werden.
Ein letzter Vermittlungsversuch mit externen Vermittlern sei vor einigen Tagen gescheitert, berichteten deutsche Medien.
Letzte FCAS-Vermittlungsversuche zwischen Deutschland und Frankreich scheitern
Ein letzter Versuch, einen Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich in der Frage des Future Combat…
3 Minuten
Die beiden Vermittler hatten die Aufgabe, eine Lösung für die Hauptauftragnehmer – das französische Unternehmen Dassault Aviation und den deutschen Konzern Airbus Defence – zu finden, um das problematische 100-Milliarden-Euro-Programm voranzubringen.
Krasse Unterschiede
Stattdessen legten beide Männer konkurrierende Berichte über den Vermittlungsversuch vor, die die krassen Unterschiede zwischen ihnen deutlich machten. Beide Unternehmen beklagen starke Meinungsverschiedenheiten auf Führungsebene, da Berlin und Paris unterschiedliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Kampfflugzeugs stellen.
Der Elysée-Palast dämpfte jedoch am Dienstag die Erwartungen und erklärte, dass Macron und Merz zwar während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag bilateral sprechen könnten, sich aber wahrscheinlich auf die offizielle Tagesordnung konzentrieren würden. „Natürlich könnte dies auch eine Gelegenheit sein, eine Bestandsaufnahme der Situation“ in Bezug auf das FCAS vorzunehmen, hieß es weiter.
Das 2017 von Präsident Emmanuel Macron und der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufene Projekt sieht ein fortschrittliches Luftkampfsystem vor, dessen Kern ein Kampfflugzeug der nächsten Generation bildet, unterstützt von autonomen Drohnen und einer „Combat Cloud“ zum Austausch von Daten in Echtzeit mit verbündeten Streitkräften.
Eine Frist für die Entscheidung über das weitere Vorgehen beim FCAS wurde seit Ende letzten Jahres mehrfach verschoben.
(at)