Völkermord-Leugnung: Bosnien will Kroatiens Präsidenten anklagen

Die bosnische Staatsanwaltschaft prüft eine Klage gegen den kroatischen Präsidenten Zoran Milanović, der den Völkermord in Srebrenica geleugnet haben soll, berichtete Klix.ba am Sonntag (6. November).

Euractiv.com
Croatian President Milanovic visits Switzerland
Die Klage wurde im vergangenen Dezember vom sozialdemokratischen Abgeordneten Enver Bijedić eingereicht, der behauptete, Milanović habe versucht, den Völkermord in Srebrenica von 1995 zu relativieren, indem er ihn mit dem Holocaust und dem Völkermord in Ruanda verglich. [Bosnia’s state prosecutors are looking into a suit filed against Croatian President Zoran Milanović for having allegedly denied the genocide in Srebrenica, Klix.ba reported on Sunday. The suit was filed last December by Social Democrat deputy Enver Bijedić, who said Milanović had tried to relativise the 1995 genocide in Srebrenica by comparing it to the Holocaust and the genocide in Rwanda. “We are working on the file but we cannot divulge more information at the moment,” the prosecutor’s office told the website. Bosnia’s international high representative amended the country’s penal code in July to introduce a jail sentence of up to five years for those who “publicly approve, deny, belittle or justify the crime of genocide, crime against humanity, or a war crime confirmed by a court verdict.” On 6 December 2021, Milanović said that what happened in Srebrenica was genocide, but that we would then have to find new terminology for even more serious crimes. “If everything is genocide, then we have to find another name for what the Nazis did to Jews in World War Two,” Milanović said then, according to Radio Free Europe. In a more recent example, some media reported that Milanović, attending a summit of the Western Balkan countries in Slovenia in September, said that “there are various types of genocide, but that in Srebrenica was not genocide”. The comment – whose veracity was denied by Milanović’s office – drew angry reactions and protests from Bosniak (Bosnian Muslim) politicians. Bosnian Serb army slaughtered more than 8,000 Bosnian Muslim men and boys after overrunning Srebrenica – a UN-designated safe haven – in July 1995, in what is considered the biggest single atrocity in Europe since World War Two. (Zoran Radosavljević | EURACTIV.com)]

Die bosnische Staatsanwaltschaft prüft eine Klage gegen den kroatischen Präsidenten Zoran Milanović, der den serbischen Völkermord in Srebrenica geleugnet haben soll.

Die Klage wurde im vergangenen Dezember vom sozialdemokratischen Abgeordneten Enver Bijedić eingereicht, der sagte, Milanović habe versucht, den Völkermord in Srebrenica von 1995 zu relativieren, indem er ihn mit dem Holocaust und dem Völkermord in Ruanda verglich.

„Wir arbeiten an der Akte, können aber im Moment keine weiteren Informationen preisgeben“, sagte die Staatsanwaltschaft der Zeitung klix.ba.

Der Hohe Repräsentant Bosniens änderte im Juli das Strafgesetzbuch des Landes, um eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren für diejenigen einzuführen, die „öffentlich das Verbrechen des Völkermordes, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder ein Kriegsverbrechen, das durch ein Gerichtsurteil bestätigt wurde, billigen, leugnen, verharmlosen oder rechtfertigen.“

Am 6. Dezember 2021 erklärte Milanović, dass das, was in Srebrenica geschah, Völkermord sei, dass man aber dann eine neue Terminologie für noch schwerere Verbrechen finden müsse.

„Wenn alles Völkermord ist, dann müssen wir einen anderen Namen für das finden, was die Nazis den Juden im Zweiten Weltkrieg angetan haben“, sagte Milanović damals laut Radio Free Europe.

In einem neueren Beispiel berichteten einige Medien, dass Milanović bei einem Gipfeltreffen der westlichen Balkanländer in Slowenien im September sagte, dass „es verschiedene Arten von Völkermord gibt, aber das in Srebrenica war kein Völkermord“.

Die Bemerkung – deren Wahrheitsgehalt von Milanovićs Büro bestritten wurde – löste wütende Reaktionen und Proteste von bosniakischen (bosnisch-muslimischen) Politiker:innen aus.

Die bosnisch-serbische Armee tötete mehr als 8.000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen, nachdem sie im Juli 1995 Srebrenica – einen von den Vereinten Nationen als sicheren Zufluchtsort ausgewiesenen Ort – überrannt hatte.

Das Massaker in Sebrenica gilt als größte einzelne Gräueltat in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und hatte ein langjähriges gerichtliches Nachspiel für die niederländischen UN-Blauhelme vor Ort.