Werben um Chip-Investitionen: Tschechische Delegation reist nach Taiwan

Eine Delegation aus tschechischen Politikern und Unternehmensvertretern, darunter die Präsidentin der tschechischen Abgeordnetenkammer, Markéta Pekarová Adamová, reist diese Woche nach Taiwan, in der Hoffnung, Investitionen in die Entwicklung von Chiptechnologien in Tschechien zu sichern.

EURACTIV.cz
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Neben den wirtschaftlichen Möglichkeiten hat der hochrangige tschechische Besuch in Taiwan auch eine starke politische Botschaft. [Shutterstock/William Potter]

Eine Delegation aus tschechischen Politikern und Unternehmensvertretern reist diese Woche nach Taiwan, in der Hoffnung, Investitionen in die Entwicklung von Chiptechnologien in Tschechien zu sichern.

Die taiwanesische Regierung plant Investitionen in Höhe von 33 Millionen Dollar in der Tschechischen Republik in Bereichen, die mit der Entwicklung fortschrittlicher Technologien zusammenhängen. Ziel der Reise nach Taiwan ist es, den Plan voranzutreiben und seine Umsetzung zu unterstützen.

„Taiwan ist ein wichtiger Handelspartner der Tschechischen Republik. Wir teilen nicht nur gemeinsame Werte, sondern lokale Unternehmen haben Milliarden von tschechischen Kronen investiert und Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen“, sagte die Präsidentin des tschechischen Parlaments, Markéta Pekarová Adamová (TOP 09, EVP).

Sie möchte auch Pläne zur Einrichtung eines gemeinsamen tschechisch-taiwanesischen Chip-Forschungszentrums erörtern, bei dem Taiwan tschechische Experten beherbergen und ihnen fortschrittliches Wissen im Halbleitersektor vermitteln soll.

Neben den wirtschaftlichen Möglichkeiten hat der hochrangige tschechische Besuch in Taiwan auch eine starke politische Botschaft.

„Unsere Freundschaft basiert auf den Werten der Freiheit, der Demokratie und der Menschenrechte. Wenn wir uns nicht voll und ganz für die Verteidigung dieser gemeinsamen Werte einsetzen, besteht die Gefahr, dass sie jederzeit verletzt werden und sogar verloren gehen“, fügte der Parlamentspräsidentin hinzu.

Aufgrund seiner „freundschaftlichen“ Beziehungen zu Taiwan wurde Tschechien von China, das Taiwan als seine Provinz betrachtet, scharf kritisiert.

Während viele Länder sich nicht offiziell mit taiwanesischen Spitzenbeamten treffen, um Peking nicht zu provozieren, ist dies bei Tschechien nicht der Fall, das die Beziehungen zu der Insel sogar auf höchster politischer Ebene stärken will.

Wie EURACTIV.cz berichtet, hat beispielsweise der neu gewählte tschechische Präsident Petr Pavel kürzlich mit seinem taiwanesischen Amtskollegen telefoniert. Auch die FDP-Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger ist derweil in Taiwan eingetroffen.