Wolfspopulation in Finnland nimmt weiter zu

Die Wolfspopulation in Finnland hat seit 2017 jedes Jahr um 10 Prozent zugenommen. Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht leben nach neuesten Schätzungen rund 310 einzelne Wölfe im ganzen Land.

Euractiv.com
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Wandernde Wolfsrudel könnten zu weiteren Spannungen zwischen Wissenschaftlern, Umweltgruppen und Rentierzüchtern, Schafhaltern und Hundebesitzern führen. Im Jahr 2022 sollen Wölfe 1.261 Rentiere und 518 Schafe getötet haben. Die Zahl der Angriffe auf Hunde lag bei rund 50. [Shutterstock/Lemonakis Antonis]

Die Wolfspopulation in Finnland hat seit 2017 jedes Jahr um 10 Prozent zugenommen. Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht leben nach neuesten Schätzungen rund 310 einzelne Wölfe im ganzen Land.

Wandernde Wolfsrudel könnten zu weiteren Spannungen zwischen Wissenschaftlern, Umweltgruppen und Rentierzüchtern, Schafhaltern und Hundebesitzern führen. Im Jahr 2022 sollen Wölfe 1.261 Rentiere und 518 Schafe getötet haben. Die Zahl der Angriffe auf Hunde lag bei rund 50.

Gründe für den stetigen Anstieg sind unter anderem höhere Reproduktionsraten und eine geringere Sterblichkeit. Auch die Migration über die russische Grenze hat zugenommen.

Im Mai wurde berichtet, dass die Polizei ein großes Wildereiverbrechen in Ostfinnland untersuchte, bei dem etwa 40 Personen unter Verdacht standen. Offenbar wurden nicht nur Wölfe, sondern auch Bären und Luchse erschossen.

Noch größere Schlagzeilen haben Wölfe in Schweden und Norwegen gemacht. Anfang dieses Jahres erhielten Jäger in Schweden die Erlaubnis, 75 Wölfe aus einer Population von 460 Tieren zu töten. Wie der Guardian damals berichtete, war die Mehrheit des schwedischen Parlaments bereit, den Wolfsbestand auf 170 Tiere zu reduzieren.

Die Anti-Jagd-Gruppe Jaktkritikerna argumentierte, dass eine solche Zahl negative Folgen für das Ökosystem hätte, und der WWF behauptete, dass die Zahl von 170 nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhe.

Norwegen verfolgt eine sehr restriktive Wolfsmanagementpolitik, die es erlaubt, die Wolfspopulation jedes Jahr zu reduzieren. Naturschützer haben diese Ausrichtung scharf kritisiert.

Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Statistiken über die Wolfspopulation in Finnland die Spannungen zwischen den Befürwortern einer stärkeren Bejagung und den Umweltgruppen verstärken werden. Die Voraussetzungen für eine Konfrontation häufen sich.

In Brüssel wächst damit der Druck auf den Wolf jedenfalls.