Personalisierte Medizin: EU-China-Kooperation als Wegbereiter für gemeinsame wissenschaftliche Anstrengungen
Das Sino-EU PerMed-Projekt zielte darauf ab, die politische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und der EU auf dem Gebiet der personalisierten Medizin (PM) zu erweitern. Um dieses Ziel zu erreichen, war ein aktiver Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen entscheidend.
Das Sino-EU PerMed-Projekt zielte darauf ab, die politische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und der EU auf dem Gebiet der personalisierten Medizin (PM) zu erweitern. Um dieses Ziel zu erreichen, war ein aktiver Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen entscheidend.
Dieser Meinungsbeitrag wurde von der Fondazione Toscana Life Sciences im Namen des SINO-EU PerMed-Projekts verfasst.
Das Projekt organisierte drei Delegationsbesuche für europäische und chinesische Wissenschaftler in diesem Bereich. Während sich die ersten beiden Besuche auf Wissenschaft und Technologie konzentrierten, ging es beim dritten Besuch um ethische, rechtliche und soziale Aspekte (ELSA).
Ziel der Besuche war es, die wichtigsten Hindernisse und Herausforderungen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen zu erörtern und ein Kontaktnetz aufzubauen, das die Entwicklung von Kooperationsprojekten erleichtern soll. Dabei sollen die chinesischen und europäischen Kollegen als Multiplikatoren und Verstärker bei künftigen Verhandlungen über gemeinsame Projekte dienen.
Im Frühjahr 2023 besuchte eine chinesische Delegation Forschungsinstitute und Krankenhäuser in München und Mailand. In jeder besuchten Einrichtung gab es viel Interaktion und Austausch. Wissenschaftliche Diskussionen wurden angeregt und führten zu innovativen Ideen. Außerdem tauschten die Teilnehmer Kontakte für zukünftige Kooperationen aus. Die positiven Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des internationalen Austauschs für den Fortschritt der personalisierten Medizin.
Im Herbst 2023 folgte ein Delegationsbesuch europäischer Wissenschaftler in Peking, Nanjing und Shanghai. Insgesamt war der Besuch ein Erfolg für die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs und der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der personalisierten Medizin. Der herzliche Empfang, die Diskussionen auf hoher Ebene und die gemeinsamen Sitzungen an den einzelnen Orten zeigten, wie wichtig es ist, Wissen und Fachkenntnisse über Grenzen hinweg zu teilen.
Der letzte Delegationsbesuch europäischer ELSA-Experten in Peking, Guangzhou und Shenzhen erfolgte im Frühjahr 2024. Bereits während der Vorbereitung des Besuchs wurde deutlich, dass die Umsetzung der personalisierten Medizin nicht nur in Bezug auf Wissenschaft und Technologie, sondern auch im Hinblick auf ethische, rechtliche und soziale Aspekte vor Herausforderungen steht. Der Erfolg von auf personalisierter Medizin basierenden Bestrebungen setzt voraus, dass für diese Aspekte gute Lösungen gefunden werden.
Auf der Grundlage des letzten Delegationsbesuchs und der Diskussionen mit Experten auf dem Gebiet der ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte hat das Projekt ein Strategiepapier erstellt. Das Dokument behandelt drei Themen:
1) Warum sind ethische, rechtliche und soziale Aspekte wichtig für die Entwicklung und Umsetzung der personalisierten Medizin?
2) Rechtliche und regulatorische Aspekte: die Perspektive der Gesundheitsdaten und
3) Ethische und gesellschaftliche Perspektiven.
Die Entwicklung der personalisierten Medizin durch Forscher und Kliniker in China und Europa wirft eine Reihe von ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen auf.
Diese Herausforderungen können noch komplizierter werden, wenn im Rahmen der Forschungszusammenarbeit zwischen chinesischen und europäischen Wissenschaftlern, Klinikern, politischen Entscheidungsträgern, der Industrie und gesellschaftlichen Partnern wie Patientenorganisationen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, sozioökonomische Ungleichheiten und soziokulturelle Normen und Werte miteinander kollidieren.
Es versteht sich von selbst, dass der Patient im absoluten Mittelpunkt der personalisierten Medizin steht, da solche Ansätze auf das Wohl des Patienten abzielen. Folglich muss mit den damit verbundenen Gesundheitsdaten in einer ethischen und rechtlichen Weise umgegangen werden, die die Privatsphäre und Autonomie des Patienten schützt. Darüber hinaus sollte der gleichberechtigte Zugang zur Gesundheitsversorgung so weit wie möglich gewährleistet sein. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, die Zustimmung und das Engagement der Entscheidungsträger zu erlangen, um Gleichheit bei der Umsetzung der personalisierten Medizin zu gewährleisten.
Das Strategiepapier soll Empfehlungen zu all diesen Aspekten geben, auch im bi-regionalen Kontext zwischen Europa und China.
Das Projekt hat in den vergangenen viereinhalb Jahren wertvolle Beiträge zur Umsetzung der personalisierten Medizin geleistet. Das Sino-EU PerMed-Projekt möchte die Expertengemeinschaft, die auf dem Gebiet der personalisierten Medizin arbeitet, dazu einladen, die Arbeit in diesen Bereichen fortzusetzen, um diese wichtigen Themen besser anzugehen.