Kennard: Libyen-Krieg veränderte transatlantische Beziehungen
Amerikas EU-Botschafter im EURACTIV-InterviewDie Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen sei ein großartiges Beispiel für die neue Ära amerikanischer Leadership, die US-Präsident Barack Obama eingeführt habe und die als multilaterales Engagement zu verstehen sei. Der amerikanische Botschafter bei der EU, William E. Kennard, sprach darüber mit EURACTIV in Brüssel.
Amerikas EU-Botschafter im EURACTIV-InterviewDie Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen sei ein großartiges Beispiel für die neue Ära amerikanischer Leadership, die US-Präsident Barack Obama eingeführt habe und die als multilaterales Engagement zu verstehen sei. Der amerikanische Botschafter bei der EU, William E. Kennard, sprach darüber mit EURACTIV in Brüssel.
Auf die Frage, ob der Libyen-Krieg der Punkt gewesen sei, an dem sich die USA zurückgenommen und Frankreich und Grobritannien die Führung überlassen hätten, sagte der US-Botschafter, dass der Libyen-Einsatz für den neuen Ansatz ein Triumph gewesen sei.
„Das war ein wichtiger Einsatz, der nicht von den Vereinigten Staaten angeführt wurde“, sagte Kennard, der bereits in der Regierung Bill Clinton gedient hatte. „Ganz offensichtlich haben wir uns beteiligt und Unterstützung geleistet, aber wir haben ihn nicht angeführt.“
Er sagte, der Einsatz habe Präsident Obama die Gelegenheit gegeben, sein Wahlversprechen einzulösen, eine neue Ära amerikanischer Leadership einzuleiten, die als multilaterales Engagement mit der Welt zu verstehen sei.
„Wir haben mit der UNO und mit der NATO gearbeitet. Obama ist Multilateralist, und das sind nicht bloße Wahlkampfslogans. Genau das macht ihn aus. Er ist der Meinung, dass die besten Entscheidungen zustandekommen, wenn alle Beteiligten mit am Tisch sitzen.“
Auf die Frage, ob sich dadurch auch die US-Beziehungen mit Russland verbessert hätten, antwortete der US-Diplomat, dass die Obama-Administration ein sehr gutes Gefühl habe, wie sich die Zusammenarbeit mit Moskau und der Neustart der Beziehungen bisher entwickelt habe.
Den 10. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hält Kennard nicht nur für die Amerikaner für einen Tag der Besinnung, sondern für einen internationalen Tag der Besinnung. Denn solche schrecklichen Ereignisse seien auf mehrfache Weise Anschläge auf die ganze Welt.
Nach den Ergebnissen des Kampfes gegen den Terrorismus gefragt, verwies er auf die Eliminierung von Osama bin Laden im vergangenen Mai sowie auf die Zerschlagung der Al-Qaida-Führungsstruktur.
„Aber darüber hinaus hat Präsident Obama gleich zu Beginn seiner Amtszeit erkannt, dass es für den Kampf gegen die terroristischen Gefahren weltweit nicht nur darauf ankommt, in Waffen zu investieren, sondern der islamischen Welt die Hand zu reichen."
Zur Krise in der Euro-Zone sagte Kennard, dass der US-Präsident die europäischen Regierungen ständig gedrängt habe, mit Mut und größtmöglicher Entschlossenheit zu handeln, um mehr Vertrauen für die Märkte zu erzeugen.
Auf die Frage von EURACTIV, ob er in seiner Arbeit als US-Botschafter in Brüssel mehr mit Kommissionspräsident José Manuel Barroso oder aber mehr mit Ratspräsident Herman Van Rompuy zu tun habe, antwortete Kennard diplomatisch, dass sein Job den Vorteil böte, „mit jedermann zu reden“. Das mache seine Tätigkeit so faszinierend.
Das Interview führte Georgi Gotev von EURACTIV.com (Brüssel).
Den vollen Wortlaut des Interviews (auf Englisch) finden Sie hier.
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