Albanien bricht diplomatische Beziehungen zum Iran wegen Cyberangriffen ab

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Im Jahr 2018 wies die albanische Regierung zwei iranische Diplomaten, darunter den Botschafter, wegen " Verletzung der nationalen Sicherheit " und angeblicher Beteiligung an einem geplanten Anschlag auf ein Fußballspiel zwischen Israel und Albanien aus. [ EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Albanien hat alle diplomatischen Beziehungen zum Iran ausgesetzt. Grund dafür ist eine Reihe von Cyberangriffen, darunter einer in diesem Sommer, der alle Regierungsdienste lahmlegte. Premierminister Edi Rama kündigte an, dass alle diplomatischen Beziehungen gekappt würden und alle Diplomat:innen, derzeit 15, in der Botschaft in Tirana das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen würden.

„In Zusammenarbeit mit spezialisierten digitalen Partneragenturen zur Bekämpfung des Terrorismus wurde zunächst festgestellt, dass es sich bei dem Cyberangriff auf Albanien vom 15. Juli um eine staatliche Aggression handelte. Die eingehende Untersuchung lieferte unbestreitbare Beweise dafür, dass die Islamische Republik Iran die Aggression gesponsert hat“, teilte Rama den Medien mit.

Er fügte hinzu, dass der Regierung unwiderlegbare Beweise vorlägen, dass die iranische Regierung die Angriffe von Gruppen durchgeführt habe, die auch Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Zypern angegriffen hätten.

„Wir haben unsere strategischen Verbündeten, die NATO, informiert und unwiderlegbare Beweise weitergegeben. Der Ministerrat hat mit sofortiger Wirkung den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der Islamischen Republik Iran beschlossen“, sagte er.

Die Cyberattacke begann am 15. Juli und brachte alle Regierungswebseiten und das Portal e-Albania zum Erliegen. Dabei wurden auch Ramas E-Mails gehackt und große Mengen an Korrespondenz und Dokumenten ins Netz gestellt. Die Regierung zog Experten:innen des FBI, der NATO und eines US-Sicherheitsunternehmens zu Hilfe, um ihre Systeme wieder online zu bringen.

Nach dem Cyberangriff stellte das Regierungsportal e-Albania 1118 der 1225 elektronischen Dienste, die es den Bürgern:innen anbietet, wieder her.

Der amerikanische Botschafter Yuri Kim äußerte gegenüber den Medien, dass die USA wegen des Cyberangriffs auf Albanien Schritte gegen den Iran unternehmen würden.

„Wir haben die Erklärung von Premierminister Rama heute Mittag gesehen. Das Weiße Haus hat sofort und energisch reagiert. Es sollte klar sein, dass die USA Maßnahmen ergreifen werden, wenn unser Freund und Verbündeter, Albanien, angegriffen wird“, sagte Kim.

Das Weiße Haus gab eine Erklärung ab, in der es den Angriff verurteilte und Albanien seine Unterstützung zusicherte.

„Die Vereinigten Staaten werden weitere Maßnahmen ergreifen, um den Iran für Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Sicherheit eines Verbündeten der USA bedrohen und einen beunruhigenden Präzedenzfall für den Cyber-Raum schaffen“, hieß es.

Albanien beherbergt die umstrittene MEK-Gruppe, auch bekannt als „Volksmudschahedin“ (People’s Mojahedin Organisation of Iran), die 2016 aus einem irakischen Flüchtlingslager nach Albanien gebracht wurde.

Sie wurden 1965 gegründet, um sich dem von den USA unterstützten Schah Mohammad Reza Pahlavi zu widersetzen und führten in den 70er Jahren bewaffnete Auseinandersetzungen. Ihre Aktivitäten setzten sich jahrzehntelang fort, bis sie ein Bündnis mit dem Irak eingingen und sich während des irakisch-iranischen Krieges auf dessen Seite stellten.

Die MEK war zuvor von der EU, Kanada, den USA und Japan als terroristische Organisation eingestuft worden, was jedoch wieder aufgehoben wurde. Im Jahr 2004 wurden sie von der US-Regierung unter den Schutz der Genfer Konvention gestellt.

Die meisten von ihnen sind inzwischen über siebzig Jahre alt. Ihr Ziel ist es, die iranische Regierung zu stürzen, und etwa 1000 Mitglieder leben derzeit in einer geschlossenen, schwer bewachten Anlage 40 km außerhalb von Tirana.

Im Jahr 2018 wies die albanische Regierung zwei iranische Diplomaten, darunter den Botschafter, wegen „Verletzung der nationalen Sicherheit“ und angeblicher Beteiligung an einem geplanten Anschlag auf ein Fußballspiel zwischen Israel und Albanien aus.