Albanien von Protesten gegen Ölkraftwerke vor Küste eines Touristengebietes erschüttert
Die albanische Bevölkerung protestiert gegen die geplante Verfeuerung von rund 600 Tonnen Öl pro Tag in zwei schwimmenden Kraftwerken in einer der beliebtesten Urlaubsgebiete des Landes, die von Naturschutzgebieten umgeben ist.
Die albanische Bevölkerung protestiert gegen die geplante Verfeuerung von rund 600 Tonnen Öl pro Tag in zwei schwimmenden Kraftwerken in einer der beliebtesten Urlaubsgebiete des Landes, die von Naturschutzgebieten umgeben ist.
Ein schwimmendes Kraftwerk ist am Sonntag in der Hafenstadt Vlora an der Spitze der albanischen Riviera eingetroffen. Es wird durch ein zweites ergänzt, und beide werden Öl verbrennen, um etwa 15 Prozent des Energiebedarfs des Landes zu erzeugen, obwohl die Gegner des Plans behaupten, dass sie nur 5 Prozent erzeugen werden.
Die Bürger:innen der Region protestieren jeden Tag und haben eine Petition gestartet, um die Regierung aufzufordern, das Vorhaben zu stoppen.
Die beiden Schiffe wurden für zwei Jahre von der albanischen Elektrizitätsgesellschaft (KEHS) für insgesamt 46 Millionen Dollar gepachtet, wobei die Ölkosten nicht eingerechnet worden sind.
Aber die Bürger:innen reagieren verärgert und sagen, dass dies ein erhebliches Risiko für den Tourismus, ihre Gesundheit und die Umwelt bedeute.
„Wir sind verpflichtet, auf etwas zu reagieren, das heute geschieht, aber in den nächsten 30 Jahren gefährliche Folgen für die gesamte Bucht von Vlora haben könnte. Der Protest wird in den kommenden Tagen anhalten. Die Sache ist ernst. Dieses Schiff hat zwei Plattformen eingebaut, die im Triport, dem Fischerhafen, installiert werden sollen. Zwei riesige Plattformen werden täglich 600 Tonnen Schweröl verbrennen. Das ist eine Katastrophe“, sagte der Demonstrant Lavdosh Ferruni.
Er fügte hinzu, dass die Menge des verbrannten Öls eine Verschmutzung verursachen würde, die der von etwa 100.000 Autos entspräche, die pro Tag 100 km zurücklegen.
„Das ist nicht nur eine Umweltkatastrophe, sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe, insbesondere für den Tourismus. Der Tourismus kann nicht mit der Ölindustrie koexistieren, mit Superemissionen. Er ist ein Monster-Generator“, fügte er hinzu.
Der Umweltschützer Niko Dumani fügte hinzu: „Durch die Luft- und Wasserverschmutzung ist das Leben der Menschen in der Nähe von Vlora, Narta und Zverneci bedroht; es beeinträchtigt die gesamte Flora und Fauna der Meeresumwelt, da bis zu 200.000 Tonnen heißes Wasser pro Tag in Umlauf gebracht werden, wodurch die Temperatur des Meerwassers auf über 14 Grad ansteigt und das Meeresleben gefährdet wird.“
Das Kraftwerk wird sich im Fischereihafen in der Bucht von Vlora befinden und an das Umspannwerk Vlora TEC angeschlossen, das Teil des nationalen Energienetzes ist.
TEC Vlora, mit einer Kapazität von 97 MW, wurde im Oktober 2011 errichtet. Das Projekt sah den Bau eines mit destilliertem Erdöl betriebenen Kombikraftwerks auf einem sechs Hektar großen Gelände etwa sechs Kilometer nördlich von Vlora in der Nähe eines Offshore-Öllagerterminals vor.
Das Kraftwerk ist auch für den Betrieb mit Erdgas ausgelegt, und es wurden bereits mehrere Verträge zu diesem Zweck unterzeichnet. Allerdings hat der TEC bisher noch keinen Strom erzeugt.
Die ölverbrennenden Schiffe werden in der bei Touristen beliebten Bucht und in der Nähe der Halbinsel Karaburun, einem Naturschutzgebiet, stehen. Die Bucht liegt außerdem flussabwärts des Nationalparks Divjake-Karavasta mit seinen unberührten Lagunen, wo seltene Vögel, Pelikane und Flamingos zu finden sind.
Die Aktivistin Artes Ferruni wies darauf hin, dass die aus Bangladesch einlaufenden Schiffe mindestens 30 Jahre alt seien und seit zwei Jahren nicht mehr in Betrieb genommen wurden.
„Es ist eine extrem schädliche Technologie, kein europäisches Land hat sich für diese Technologie entschieden“, sagte sie.
Das Energieministerium erklärte jedoch, dass die Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 110 MWh mit einem Zertifikat der Weltbank bezüglich der Umweltverschmutzung ausgestattet seien.
„Sie erfüllen alle Bedingungen gemäß den Kriterien der Weltbank“, sagte Energieministerin Belinda Balluku.
Aktivist:innen haben gewarnt, dass sie ihre Proteste fortsetzen werden, bis ihre Bedenken erhört werden.