Albaniens Vjosa-Fluss auf dem Weg zum Nationalpark

Ein Team internationaler und albanischer Expert:innen hat diese Woche der albanischen Regierung seine Vision, seinen Fahrplan und seine Machbarkeitsstudie für die Einrichtung des Vjosa-Nationalparks vorgestellt, in der Hoffnung, den Schutz des letzten Wildflusses in Europa zu gewährleisten.

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Der Vjosa-Fluss ist Gegenstand einer internationalen Kampagne, die darauf abzielt, ihn auf höchstem Niveau zu schützen und zu einem Nationalpark zu machen, der jegliche Entwicklung oder potenziell schädliche Aktivitäten entlang des Flusses oder eines seiner Nebenflüsse verhindert.  [Shutterstock/Ermal Thomaj]

Ein Team internationaler und albanischer Expert:innen hat diese Woche der albanischen Regierung seine Vision, seinen Fahrplan und seine Machbarkeitsstudie für die Einrichtung des Vjosa-Nationalparks vorgestellt, in der Hoffnung, den Schutz des letzten Wildflusses in Europa zu gewährleisten.

Der Fluss Vjosa ist Gegenstand einer internationalen Kampagne, die darauf abzielt, ihm die höchste Schutzstufe zu gewähren und ihn in einen Nationalpark umzuwandeln. Hierdurch sollen potenziell schädliche Aktivitäten entlang des Flusses oder eines seiner Nebenflüsse verhindert werden.

Der Fluss und sein Einzugsgebiet beherbergen Hunderte von Tier- und Pflanzenarten, darunter endemische, gefährdete und wandernde Arten, was ihn zu einem Lebensraum von größter ökologischer Bedeutung macht.

An der Kampagne waren EcoAlbania, River Watch, die internationale Marke Patagonia und Leonardo di Caprio beteiligt, und es wurden große Schilder mit der Aufschrift „Vjosa National Park Now“ an wichtigen Wahrzeichen auf der ganzen Welt angebracht, um auf die Angelegenheit aufmerksam zu machen.

Im Jahr 2022 beschloss die albanische Regierung schließlich, mit internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten, und verpflichtete sich zur Einrichtung eines Nationalparks, um den Fluss, der von Griechenland durch Albanien in die Adria fließt, zu schützen.

„Die Vjosa ist einen großen Schritt näher daran, Europas erster Wildfluss-Nationalpark zu werden, in dem mehr als 400 Kilometer Flüsse und Bäche geschützt werden. 30 nationale und internationale Expert:innen haben die Machbarkeitsstudie erstellt“, schrieb Ulrich Eichelmann, Ökologe und Geschäftsführer von Riverwatch, auf Twitter.

Die vorgelegten Dokumente enthalten den technischen Vorschlag für den dauerhaften Schutz des Flusses nach den Standards der IUCN-Kategorie II. Es folgt eine einmonatige öffentliche Konsultation, und im Frühjahr 2023 wird voraussichtlich die Phase I des Parks ausgerufen werden.

Phase I wird den aktiven Flusskanal sowie einige Gebiete und die Flussvegetation innerhalb des aktiven Kanals oder in überschwemmungs- oder erosionsgefährdeten Gebieten umfassen – insgesamt über 400 km. In Phase II werden Gebiete, die alle 30 bis 50 Jahre überschwemmt werden, sowie einige Privatgrundstücke hinzukommen, nachdem die Betroffenen konsultiert wurden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weiter heißt es, dass auch eine Managementstruktur für den Park entwickelt werden soll, die als Modell für andere Nationalparks in der Region dienen und weltweit ein neues Modell für den Schutz von Flüssen schaffen soll.

Ziel ist es, das Ökosystem und die biologische Vielfalt der Vjosa zu schützen und einen umweltfreundlichen Tourismus und eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung entlang des Flusses und seiner Nebenflüsse zu entwickeln.