Annäherung zwischen Paris und Berlin: Französische Premier besucht Scholz
Premierministerin Elisabeth Borne wird am Freitag Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin besuchen und damit eine Woche intensiver hochrangiger Gespräche zur Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern abschließen.
Premierministerin Elisabeth Borne wird am Freitag Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin besuchen und damit eine Woche intensiver hochrangiger Gespräche zur Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern abschließen.
Der Besuch diene dazu, die deutsch-französischen Beziehungen zu intensivieren, erklärte das Büro der Premierministerin gegenüber EURACTIV.
„Mit dem Besuch der Premierministerin am Freitag in Berlin folgen wir voll und ganz dem Impuls, den der Präsident der Republik und der deutsche Bundeskanzler am 26. Oktober gegeben haben“, erklärte ein Sprecher.
Beide Länder seien „bestrebt, die deutsch-französischen Beziehungen in allen Bereichen zu stärken und neu zu beleben.“
Vor wenigen Wochen hatte die Verschiebung des deutsch-französischen Ministerrats Gerüchte ausgelöst. Einiges deutete auf starke Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen Präsidentschaft und dem deutschen Kanzleramt in Fragen wie den steigenden Energiepreisen, der Atomenergie und der europäischen Verteidigung als Grund für den Aufschub hin.
Das gemeinsame Treffen sei verschoben worden, weil man „den Wunsch hatte, die Gespräche zu vertiefen und mehr Ergebnisse zu erzielen“, bestätigte das Büro der französischen Premierministerin.
„Dieser Besuch findet in einem Kontext statt […], in dem unsere beiden Länder eine sehr große Verantwortung tragen, eine historische Verantwortung“, fügte der Sprecher hinzu und verwies dabei auf den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise.
Am Montag hatte sich bereits Bundesaußenministerin Annalena Baerbock mit ihrer französischen Amtskollegin Catherine Colonna getroffen.
„Es gibt ein deutsch-französisches Paar, einen deutsch-französischen Motor, deutsch-französische Beziehungen, wie auch immer man es nennen will“, sagte Colonna nach dem Treffen. Baerbock betonte, wie wichtig es sei, dass „Deutschland und Frankreich ein gemeinsames Tempo vorlegen, wenn es nötig ist.“
Laut dem Büro der französischen Premierministerin sind gute Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit der Europäischen Union, die zahlreichen Herausforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen.
„Wir brauchen einen vertieften bilateralen Dialog über alle Themen, die für unsere Mitbürger:innen von Interesse sind, aber auch einen Dialog, der es uns ermöglicht, alle wichtigen europäischen Fristen vorzubereiten, denn die deutsch-französische Zusammenarbeit ist absolut notwendig, um den Weg für europäische Kompromisse zu ebnen“, hieß es.