Atomkraft-Gegner aus Vattenfall-Vorstand geworfen
Die schwedische Regierung hat am Montag drei neue Mitglieder für den Vorstand von Vattenfall ernannt. Damit wurden zwei Atomkraft-Gegner entfernt. Die schwedische Mitte-Rechts-Regierung will die Kernkraftkapazitäten des Landes auszubauen.
Die schwedische Regierung hat am Montag drei neue Mitglieder für den Vorstand von Vattenfall ernannt. Damit wurden zwei Atomkraft-Gegner entfernt. Die schwedische Mitte-Rechts-Regierung will die Kernkraftkapazitäten des Landes auszubauen.
Das schwedische Ministerium für Unternehmen und Innovation ist derzeit Eigentümer von Vattenfall. Der Konziern agiert aber unabhängig als kommerzielles Unternehmen auf dem Energiemarkt.
„Die Regierung möchte, dass Vattenfall eine wichtige Rolle dabei spielt, dass Schweden wieder eine stabile, robuste und planbare Stromversorgung hat“, so Finanzministerin Elisabeth Svantesson.
„Die Regierung nominiert daher einen Vorstand mit drei neuen Mitgliedern, um die Bedingungen des Unternehmens zu stärken, Vattenfall als Unternehmen auszustatten und wichtige Schritte in Richtung mehr Atomkraft zu unternehmen“, erklärte Svantesson.
Den bisherigen Vorstandsmitgliedern Tomas Kårberg und Viktoria Bergman wurde kein neues Vertrauen geschenkt. Beide befürworten einen Ausbau der Windenergie und haben sich laut Dagens Industri skeptisch gegenüber Investitionen in neue Kernkraftwerke geäußert.
Dieser Schritt verdeutlicht den Willen der Regierung von Ministerpräsident Ulf Kristersson – die sich aus den Moderaten, den Christdemokraten und den Liberalen zusammensetzt und von den rechtsextremen Schwedendemokraten unterstützt wird -, einen Kurswechsel in der Energiepolitik vorzunehmen.
In der Koalitionsvereinbarung sind sich die drei Mitte-Rechts-Parteien und die rechtsextremen Schwedendemokraten einig, dass die Kernenergieproduktion hochgefahren werden muss.
„Vattenfall sollte unverzüglich mit der Planung für neue Kernkraftwerke in Ringhals und an anderen geeigneten Standorten beginnen“, heißt es in der Koalitionsvereinbarung. Die neue Führung von Vattenfall soll das Unternehmen „in eine Richtung lenken, die eine führende Rolle beim Ausbau der planbaren, fossilfreien Stromerzeugung einnimmt, einschließlich Richtlinien für die Beschaffung neuer Kernkraftwerke“.
Die schwedische Opposition kritisiert häufig die Energie- und Klimapolitik der Regierung, da sie in den fünf Monaten ihrer Amtszeit die Treibhausgasemissionen erhöht hat und vor allem auf den Bau neuer Kernkraftwerke setzt.
„Wenn man sie etwas über das Klima fragt, ist die einzige Antwort, mehr Atomkraftwerke zu bauen“, sagte der Europaabgeordnete Pär Holmgren gegenüber EURACTIV und fügte hinzu, dass die derzeitige Regierung nicht bereit sei, eine solche Verantwortung wie den wirksamen Kampf gegen den Klimawandel zu übernehmen.
Das Thema Kernenergie ist unter den EU-Mitgliedstaaten nach wie vor umstritten.
Beim Thema Energie sind die EU-Länder derzeit in zwei Gruppen gespalten, wobei Frankreich und zehn weitere Mitgliedstaaten zur Gruppe der Befürworter der Kernenergie gehören, während die andere Gruppe von zehn Mitgliedstaaten nach eigenen Angaben eher zur Umstellung auf erneuerbare Energiequellen tendiert.