Ausweisung von Priester: Bulgarien im Konflikt mit russischer Kirche

Bulgarien und Russland liefern sich einen diplomatischen Schlagabtausch über das Schicksal der sogenannten Russischen Kirche in Sofia. Ein russischer Priester wurde wegen Bedrohung der nationalen Sicherheit des Landes verwiesen.

EURACTIV.bg
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Die bulgarische Spionageabwehr hatte den Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche in Sofia, Archimandrit Vassian, und zwei weitere Personen wegen Gefahr für die nationale Sicherheit ausgewiesen. Daraufhin war auch die Kirche, für welche Vassian zuständig gewesen war, vorübergehend geschlossen worden. [Shutterstock/mehdi33300]

Bulgarien und Russland liefern sich einen diplomatischen Schlagabtausch über das Schicksal der sogenannten Russischen Kirche in Sofia. Ein russischer Priester wurde wegen Bedrohung der nationalen Sicherheit des Landes verwiesen.

Die bulgarische Spionageabwehr hatte den Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche in Sofia, Archimandrit Vassian, und zwei weitere Personen wegen Gefahr für die nationale Sicherheit ausgewiesen. Daraufhin war auch die Kirche, für welche Vassian zuständig gewesen war, vorübergehend geschlossen worden.

Vassian war eine Woche zuvor bereits aus Nordmazedonien wegen Spionage ausgewiesen worden.

Am Montag ernannte der bulgarische Patriarch Neophyt dann bulgarische Priester für den Dienst in der St. Nikolaus-Kirche in Sofia.

„Die Maßnahme Seiner Heiligkeit [Patriarch Neophyt] wird von der Sorge um die Gläubigen und die Aufrechterhaltung der guten Ordnung in der Kirche diktiert und sollte nur in ihrem geistlichen Aspekt verstanden werden. Sie berührt nicht die materiellen oder anderen Rechte von irgendjemandem, unabhängig davon, wie sie durch weltliche Gesetze garantiert werden“, so die bulgarisch-orthodoxe Kirche in einer Erklärung.

Der russische Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, war ebenfalls über die Ernennung der neuen bulgarischen Priester informiert worden.

Die bulgarisch-orthodoxe Kirche betonte, dass der bulgarische Patriarch von der Botschaft der Russischen Föderation in Sofia Unterstützung bei der Wiedereröffnung der Stätte erwarte.

Die russische Botschafterin in Sofia, Eleonora Mitrofanowa hatte nach der Ausweisung Vassians behauptet, dass die bulgarische Regierung versuche, die Kirchen der beiden Länder zu spalten.

Die Orthodoxie ist einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der russischen Propaganda in Bulgarien, so dass der Fall für beide Länder von besonderer Bedeutung ist.

Die russische Botschaft kündigte im Folgenden an, dass die Russische Kirche in Sofia geschlossen würde, woraufhin eine öffentliche Debatte ausgebrochen war, ob die russische Botschaft das Recht hatte, die Kirche zu schließen. Die Kirche in Bulgarien widersetzte sich dieser Anordnung letztendlich.

Am Sonntag (24. September) erklärte der bulgarische Metropolit Naum, dass das Gotteshaus nicht als russisch angesehen werden sollte. Er bezog sich dabei auf einen Beschluss der Russischen Kirche aus dem Jahr 1952, wonach alle Liegenschaften der Russischen Kirche in Bulgarien Eigentum der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche sind.

Am Tag darauf verteilte der Vorsitzende der pro-russischen Partei Vazrazhdane, Kostadin Kostadinow, eine notarielle Urkunde, aus der hervorgeht, dass die Kirche 1997 von der russischen Botschaft gekauft wurde.

Er verteidigte die russische Position und bezeichnete die Worte all derer, die behaupten, die Kirche sei bulgarisch, als „Lügen.“

Die russische Botschaft in Sofia hat angekündigt, dass sie in Abstimmung mit der russisch-orthodoxen Kirche Maßnahmen ergreifen wird, erklärte Mitrofanowa laut der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Das russische Außenministerium hat zudem den bulgarischen Botschafter in Moskau wegen der Ausweisung Vassians einbestellt. Russland vertritt den Standpunkt, dass es sich hierbei um einen weiteren provokativen Angriff der bulgarischen Behörden handelt, der ganz im Sinne der aktuellen euro-atlantischen Richtlinien zur „Bekämpfung des russischen Einflusses“ ist. Der Kreml droht, dass diese Positionen Bulgariens „unweigerlich zu unangenehmen Konsequenzen führen werden – vor allem für die Initiatoren.“