Bericht der Europäischen Umweltagentur: Europa lebt vom natürlichen Kapital [DE]
Der jüngste Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) “Die Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2005” zeigt, dass Europa trotz wesentlicher Verbesserungen in den letzten 20 Jahren noch nicht auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft ist.
Der jüngste Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) “Die Umwelt in Europa – Zustand und Ausblick 2005” zeigt, dass Europa trotz wesentlicher Verbesserungen in den letzten 20 Jahren noch nicht auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft ist.
Die Schlussfolgerungen der Studie sind zwar diplomatisch gefasst, doch der Bericht selbst enthält eine detaillierte und offene Analyse. Die wichtigsten Schlussfolgerungen der Studie sind folgende:
- In den letzten 30 Jahren ist viel zur Verbesserung der Umwelt Europas geschehen, doch nicht nachhaltige Tendenzen bleiben in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft bestehen;
- Europa beeinflusst „unproportional“ andere Teile der Welt durch ihren ökologischen Fußabdruck (die geschätzte Landfläche, die für die Produktion der verbrauchten Ressourcen und die Aufnahme der erzeugten Abfälle benötigt wird);
- Um nicht nachhaltigen Trends entgegen zu wirken, braucht Europa eine stärkere Integration umweltbezogener Richtziele in Politikbereichen wie Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie oder Landplanung;
- Veränderungen beim Verbraucher- und Herstellerbenehmen sind notwendig;
- Eine Internalisierung der reellen Kosten der Verschmutzung und Ressourcenerschöpfung würde zu realitätsnäheren Preisen führen;
- Der Preis der Untätigkeit kann viel größer sein als die Kosten vernünftiger Vorbeugungsmaßnahmen.
Der Bericht zeigt auf über 570 Seiten die wichtigsten Herausforderungen der EU-Umweltpolitik:
- Zunehmende Urbanisierung und Veränderung der Landnutzung führen zur Schrumpfung des natürlichen produktiven Kapitals;
- Klimawandel;
- Erhöhte Energieeffizienz der Energieerzeugung und der sinkende industrielle Energiebedarf wurden durch den steigenden Energieverbrauch der Konsumenten und des Dienstleistungssektors ausgeglichen;
- Einige Fortschritte bei Verringerung der Luftverschmutzung (Smog, saurer Regen), aber hohe Konzentrationen von Feinstaub und bodennahem Ozon („Europa verliert jährlich 200 Millionen Arbeitstage durch Erkrankungen, die in Zusammenhang mit der Luftverschmutzung stehen“);
- Immer bunterer Cocktail von chemischen Schadstoffen;
- Verunreinigung des Abwassers: Verbesserung notwendig;
- Erschöpfung der natürlichen Ressourcen (Fischbestände, biologische Vielfalt).
Der Bericht zeigt zwar ein düsteres und umfassendes Bild der ökologischen Herausforderungen, gibt aber eher allgemeine und vage politische Empfehlungen:
- Die Studie konstatiert die Notwenigkeit der Förderung von Änderungen im Verhalten der Verbraucher (wie?);
- Verfassungsreformen werden empfohlen (welche?) und eine „Finanzplanung, die auf eine Steigerung der Ökoeffizienz hinwirkt“;
- Man sollte “auf umweltschädliche Subventionen verzichten und stattdessen die Entwicklung und Nutzung von ökologischen Innovationen in den Bereichen Produktion, Energie, Verkehr und Landwirtschaft fördern”;
- Dem Bericht zufolge könnte “eine allmähliche Umstellung der Bemessungsgrundlage von der Besteuerung “guter Ressourcen” wie Investitionen und Arbeit auf die Besteuerung “schlechter Ressourcen” wie Verschmutzung und Verschwendung helfen, Umweltkosten in die Dienstleistungs- und Produktpreise einfließen zu lassen“.